Voguing auf dem Laufsteg des Ich: Online-Workshop

Die SelbstVERSuche des Hauses für Poesie Berlin erkunden diesjahr die Aktualität und historische Kontinuität queerer Lebensstile in der Poesie. Bereits in der persischen Ghaselendichtung war die homoerotische Liebe fast das einzige amouröse Thema, von Shakespeare bis Stein, von Rumi bis Dickinson haben große DichterInnen viele ihrer schönsten Gedichte dem eigenen Geschlecht gewidmet.

Im Workshop erkunden die TeilnehmerInnen in gemeinsamen Schreibexperimenten unter der Leitung des Dichters und Kulturpädagogen Crauss Scheu und Selbstbewusstsein im poetischen Ausdruck von Bromance, Friends-Forever-Fantasien und dem Anschmachten des eigenen Geschlechts. Die Veranstaltung findet als Webinar mit zugehörigen E-Learning-Elementen (Textkarten, Schreib-Pad und Zoom-Konferenz) statt.

Montag, 04. Mai 2020, 17–20 Uhr – Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Anmeldung unter: mitmachen@haus-fuer-poesie.org

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Voguing auf dem Laufsteg des Ich: Online-Workshop

Versnetze_13: Der Jahresüberblick

Versnetze_13 ist da. Die vom mittlerweile 75jährigen Axel Kutsch herausgegebene Jahresanthologie ist nach wie vor der wichtigste und authentischste status quo deutschsprachiger Lyrik, noch vor dem etwas berühmteren Lyrikjahrbuch.

Crauss ist diesmal mit drei Gedichten vertreten: über eine romantische Flixikation, die Schwestern der göttlichen Vorsehung in Asbeck (Münsterland) und über die Bereitschaft zu tauschen – denn nur so bleibt die Währung stabil.

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Versnetze_13: Der Jahresüberblick

gedichtwechsel: wie nennst du mich

Hasune El-Choly und Crauss haben einen kleinen gedichtwechsel veranstaltet. du musst mich immerzu ansehen, hiess das ausgangspoem, das El-Choly nicht nur an Crauss richtete, sondern in dem er auch einen bezug zur Mayröcker-phrase wie ich dich nenne herstellte bzw. zum gleichlautenden gedicht in Crauss‘ DIE HARTE SEITE DES HIMMELS.

Crauss antwortete mit patchouli und mull. beide poeme sind nicht nur nachzulesen im fixpoetry-feuilleton, sondern auch von beiden autoren nachzuhören!

patchouli und mull

Crauss an Hasune El-Choly

wie nennst du mich, wenn du stolperst
über die eigenen schwüre, das pochen,
das längst metastasen gebildet hat.
gabst dich immun, durch den mundschutz
war aber deutlich das prasseln zu hören,
die angst vor einer brandneuen welt.
du liebtest mich. ich aber sollte dich hassen.
als ich nach libanon wollte, warntest du:
die zedern können dich heilen, verkrusten
wird das gedächtnis.

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gedichtwechsel: wie nennst du mich

Brinkmann: 80 – was fürn Scheiß!

Brinkmann gemeinfrei

Der alte Nörgler wäre dieser Tage 80 Jahre alt geworden. Roberto di Bella kümmert sich aber ganz liebevoll um sein Andenken mit der Website Brinkmann wildgefleckt. Und Crauss hat ein Audio seines Gedichts beigetragen, das ihm von Michi Braun den Ruf eines Epigonen einbrachte. Damals.

Scheißegal – Brinkmann tanzt faithless, eines dieser letzten Lieder vorm Heimgehen …

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Brinkmann: 80 – was fürn Scheiß!

So gerade / nicht

queere anthologie… also quer? Schräg? Ja, genau! Queere Lyrik 2020 verammelt 15 Autoren*, deren Poesie aus dem heteronormativen Rahmen rutscht. Darunter u.a. Thomas Böhme mit einer Mini-Werkschau 1988-91, Alexander Graeff mit pfirsischweichen Ereignishorizonten, Zoltán Lesi & Mátyás Dunajcsik  mit einem Schlaflosigkeitsdialog – und natürlich Crauss.
Crauss übt mit „drei gestalten auf einer wiese“ „deepthroat“ und blickt mit Motiven von Gaga Nakhutsrishvili einem „herumtreiber“ hinterher. Die von Stefan Hölscher herausgegebene Sammlung gibts im Geest-Verlag.

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So gerade / nicht

Vor 355 Jahren: Die Pest in London

Zum 355. Jubiläum der Pest in London wiederholen Armin Nassauer & Crauss ihre Pest-Lesung von 2016 online!
Auf Soundcloud gibts eine Kompaktfassung von etwa einer Stunde. Aktueller denn je. Zu Wort kommen Daniel Defoe & Samuel Pepys.
Viel Spaß beim Beulen zählen!

Die PestWeltweit gibt es heute noch 4.000 Pestfälle im Jahr. Von 1978 bis 1992 meldete die WHO 1.451 Todesfälle in 21 Ländern. In den USA erkranken jährlich zehn bis zwanzig Menschen an der Pest. Im Jahr 2014 starben in Madagaskar in einem Pest-Ausbruch mindestens 40 Menschen. Das bekannteste Beispiel einer Pestepidemie ist die große Pest von 1665, die Samuel Pepys in seinem Tagebuch festhielt und Daniel Defoe in seinem Buch Die Pest zu London bechrieb. Pepys‘ Tagebuch ist akribisch und hält Persönliches und Öffentliches gleichermaßen fest, mit bemerkenswerter Offenheit auch eigenen Schwächen gegenüber. Mit 59 Jahren veröffentlichte Daniel Defoe seinen „Robinson Crusoe“, drei Jahre später die journalistische Arbeit „A Journal Of The Plague Year“ (1722). Er gilt als einer der Begründer des englischen Romans. Im Bericht über die Pest, die er selbst nur als 5jähriges Kind erlebt hatte, mischt er mündliche und schriftliche Überlieferungen von Zeitzeugen mit genau recherchierten Daten über den Verlauf der Seuche, Sterblichkeit, Wetter, Verordnungen und anderem.

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Vor 355 Jahren: Die Pest in London

tabu und freier wille – Crauss blickt auf sein leben

etcetera #80eine neue ausgabe der niederösterreichischen kulturzeitschrift etcetera ist erschienen. texte, interviews und kunst beschäftigen sich mit tabu und freiem willen. Crauss hat beigetragen zu SCHAM UND CHARME. im heft gibts einen ausschnitt aus seiner biographischen und bisher unveröffentlichten selbstbeichte aber es heilt:

die liebe ist ein scheiss
hör ich mich fluchen

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tabu und freier wille – Crauss blickt auf sein leben

DIE ANGST IN PERSON: Schülervideo

Jürgen Drewes, Lehrer am Bischöflichen Clara-Fey-Gymnasium in Schleiden, hat mit seinen Q2-Schülerinnen ein beeindruckendes Video zu meinem Gedicht DIE ANGST IN PERSON (aus LAKRITZVERGIFTUNG) gedreht.

„Moderne Gedichte visualisieren“ war das Anschlussthema zur Unterrichtsreihe „Unterwegs sein – Lyrik von der Romantik bis zur Gegenwart“. „Es war eindrucksvoll mitzuerleben, wie engagiert, mit wie viel Herzblut und wie motiviert die Schülerinnen die Umsetzung (Inhalte, Location, Licht, Ton, Symbolik, Betonung des Textes, usw.) der von ihnen erarbeiteten Aussagen des Gedichts diskutierten und schließlich realisierten“, schreibt Drewes auf seinem Blog.

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DIE ANGST IN PERSON: Schülervideo

THE MAKING OF >IO [HOME]<

AUTORENMUSKKAUTORENMUSIK ist erschienen. Das Buch zum Projekt des Kölner Sprechbohrer-Ensembles in Zusammenarbeit mit Florian Neuner und diversen Autoren auf der Grenze zwischen (klassischer neuer) Musik und Text. Es geht um die kompositorische Erforschung der Sprech- und Sprachwerkzeuge. Die Dokumentation kommt mit einer CD, die alle Stücke der zweiten Phase der Autorenmusik beinhaltet. Crauss ist im Buch mit einem Text über das Making Of seines Stücks IO [HOME] vertreten – einer Weltraum-Oper über den Untergang der Planeten-WG.

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THE MAKING OF >IO [HOME]<

DAS ZIRPEN IN DER KIEFER

DAS GEDICHT 27… so lautet der titel des Crauss-poems, das neben Thomas Böhme, Sulamith Sommerfeld, Peter Pessl in der aktuellen ausgabe 27 der zeitschrift DAS GEDICHT abgedruckt ist: Eine umfassende aktuelle Bestandsaufnahme der deutschsprachigen Naturlyrik im 21. Jahrhundert. 200 neue Gedichte beleuchten das Mit- und Gegeneinander von Menschen, Tieren und Pflanzen in einer Zeit, in der die existenzielle Balance zwischen den Lebewesen so gefährdet ist wie selten zuvor. Dichter an die Natur!

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DAS ZIRPEN IN DER KIEFER

fetisch-texte im heimlichen auge

jahrbuch der erotik 34Crauss hat devote männer interviewt und zu ihrem fetisch befragt: blossgestelltwerden in der öffentlichkeit, unangenehme dienste verrichten etc … acht der interviews wurden in einem text kombiniert und sind jetzt nachzulesen in SCHUNDFAKTOR sowie im 34. jahrbuch der erotik, herausgegeben von Uve Schmidt und Claudia Gehrke, der unermüdlichen chefin des tübinger kunkursbuch verlags.

weiter im heimlichen auge gibts sailor’s delight, eine anleitung nach bravo- und dr.-sommer-manier, wie man sich als notgeiler teenager einen porno leicht selber basteln kann. 384 seiten satt hat die erotikanthologie. bebildert!ich leide unter meinen gefühlen (bravo 26, 1986-06-19)

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fetisch-texte im heimlichen auge

Unterwegs mit Crauss – Schullesung in Düsseldorf/Benrath

Schullesung Schloss Benrath, Foto (c) Jan Lüdecke„Dann erscheint ein rothaariger und etwas dicklicher Mann mit Brille neben dem Beamer [und] erzählt uns von seiner Lieblingstätigkeit: Das Verreisen, das Unterwegssein. […] Seine ruhige Sprechweise ändert sich, dynamisch und auch lautstark trägt er seine Texte vor. Seine erregte Tonlage reißt mich mit und ich versuche die Gefühle zu erfassen, die er in seinen Gedichten verarbeitet hat.“

So schildert Yousra Bakouri ihre Eindrücke der Schullesung mit Crauss im Schloßgymnasium Benrath. Es war ein mehr als angenehmer Morgen in der Benrather Orangerie, die rund achtzig Schüler* interessiert und kritisch, eben gut vorbereitet durch den Deutschunterricht. Crauss kommt im nächsten Jahr gerne wieder mit fetter Lyrikausbeute und nicht nur dicklich, sondern dick.

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Unterwegs mit Crauss – Schullesung in Düsseldorf/Benrath