hurra, es ist eine blackbox!

und das kind spricht gleich drei sprachen!

nach längerer vorbereitungszeit ist endlich BLACKBOX bei slovokult erschienen.

BLACKBOX stellt in einer internationalen zusammenarbeit eine auswahl aus Crauss’ bisherigen gedichtbänden vor. die autorin und herausgeberin Elizabeta Lindner besorgte übersetzungen der gedichte ins mazedonische, Mark Kanak steuerte englisch-amerikanische fassungen bei.

BLACKBOX. dreisprachige lyriksammlung [deutsch, mazedonisch, englisch] mit graphiken von Irena Paskali. berlin, skopje: SlovoKult :: Slovothek 2021. isbn 978-3-946538-03-5, softcover, 110 seiten mit 37×3 gedichten aus 7 Craussbüchern.

die mazedonische sprache spricht und versteht man ausser in der republik nordmazedonien in bulgarien und albanien, teiulweise auch in griechenland und serbien. das englisch, in das Mark Kanak die gedichte gebracht hat, trägt einen illinois-akzent in der westentasche, ist aber sicher auch ausserhalb der gegend um den michigansee verständlich.

einen kleinen vorgeschmack mit video und 3fach-text gibts mit klick aufs bild
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hurra, es ist eine blackbox!

drei siegener sagen: prolog!

gerade ist die derzeit beste kunst- und literaturzeitschrift auf dem deutschsprachigen markt mit einer neuen ausgabe erschienen. prolog #21 versammelt beiträge zum thema strukturen.
mit dabei: drei siegener künstler verschiedener sparten. Andrea Freiberg, der neu-siegener Peter Wawerzinek sowie Crauss verfolgen jeweils ganz eigene ansätze, strukturen zu wandeln, zu bekämpfen und überhaupt sichtbar zu machen.
in prolog #7 war Crauss mit uranus II dabei, jetzt erscheint die erweiterung uranus vier (jinn pogy im nebel).

dass das heft für zeichnung und text eins der spannendsten der zeitschriftenlandschaft ist, liegt aber nicht ausschliesslich an immer wieder wertvollen beiträgen, deren urheber sich oft als ausprobierende verstehen. die qualität von prolog liegt eindeutig auch in dem geschick, mit dem Dorit Trebeljahr und Anton Schwarzbach text, zeichnung und texturen in beziehung setzen.

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drei siegener sagen: prolog!

Vollanalog statt digital – Crauss in der SZ über Methoden, alive zu bleiben

Ein Artikel von Jana Albrecht. Hier Wiedergegeben als Belegexemplar.

Poetry Slam: Dead or Alive?!

Siegen. Die virtuellen Möglichkeiten einer Kulturszene in diesen Tagen

jca ■  Ein wenig vergessen und still wirkt das Kulturhaus Lÿz an diesem Novembersonntag. Hier sollte jetzt eigentlich der traditionelle Siegener Poetry-Slam stattfinden. Ein vielfältiges Publikum und ebenso vielfältige Slampoeten aus ganz Deutschland sollten hier in ausgelassener Abendstimmung Kultur genießen.

Sollten … Eigentlich … Aber das Kulturhaus bleibt dunkel, und um die Slampoeten des Landes scheint sich eine leise Stille zu legen. Die Kreativität Kunstschaffender steht ein weiteres Mal in diesem Jahr auf dem Prüfstand. Eine der wenigen Möglichkeiten, auch im zweiten Lockdown „alive“ zu bleiben, ist die Nische der Virtualisierung, durch die über Podcasts und Livestreams ein wenig Normalität in die Wohnzimmer der Menschen gebracht werden kann.

Mit dem Projekt „Support Your Local Artists“ und dem „Virtuellen Hut“ bieten Sebastian Zimmermann, Dirk Hartmann und Martin Horne seit April eine Livestreaming-Plattform für Künstler. Zimmermann sieht im „Virtuellen Hut“ eine willkommene Alternative, die auch unabhängig von Corona in Zukunft Bestand haben könnte. Viele Künstler hätten sich am Anfang zwar schwer getan, in einem leeren Raum mit der Kamera anstelle eines Livepublikums zu interagieren, das Livestreamen sei aber inzwischen ein Stück neue Normalität geworden und bei vielen Artisten und Künstlern mittlerweile routiniert, so Zimmermann im Gespräch mit der SZ.

Um Künstlern nicht nur einen Raum für die Performance zu bieten, sondern sowohl ihnen als auch den Technikern hinter der Kulisse finanziell eine kleine Unterstützung zukommen zu lassen, können z. T. während des Livestreams Spenden über einen Paypal-Button abgegeben werden.

Einen großen Vorteil eines virtuellen Kunstraumes sieht der Mitbegründer des „Virtuellen Huts“ vor allem in der Barrierefreiheit: „Für Menschen, die aufgrund ihrer körperlichen Verfassung nicht ins Theater gehen können, stellt das Livestreamen eine willkommene Alternative dar“, berichtet Zimmermann.

Um „verlorene Nähe“ in Zeiten der Krise wiederzugewinnen, hat sich auch das Bruchwerk-Theater Siegen eine Alternative erdacht und bietet mit einer „Hybriden Livestream-Reihe“ zum Thema Nahaufnahme und mit der Leserunde „Stück für Stück“ in entspannter Atmosphäre ein Onlineformat, das Menschen sich trotz Social Distancing nahe sein lässt. Trotz kreativer Ideen und virtueller Räume vermissen Künstler und Slampoeten die Interaktion mit dem Publikum und hoffen auf die Möglichkeit, bald wieder in einem direkten Kontakt mit diesem auftreten zu können.

Die Kunst- und Kulturszene hat geprüfte und sehr gute Corona-Maßnahmen entwickelt, in die sie bereits viel Geld gesteckt hat.

Tobias Beitzel, überregional bekannter Slampoet aus Bad Berleburg, betrachtet die Beständigkeit virtueller Alternativen mit Skepsis und verbannt auch das Thema Corona aus seinen Texten: „Die Leute haben genug von dem Thema, da muss ich das nicht auch noch in meinen Texten verarbeiten.“ Die Winterzeit während des zweiten Lockdowns nutzt Beitzel vor allem dazu, sein neues Programm „Dorfkind“ voranzutreiben, in der Hoffnung, im Frühjahr damit an den Start gehen zu können.

Beitzel, der mit seinem Sommerabend-Programm, einem Mix aus Poetry-Slam, Singer-Songwriter-Slam und Comedy in Picknickatmosphäre mit überzeugendem Hygienekonzept, eine spannende Alternative zu den virtuellen Angeboten erarbeitete, wünscht sich im Rahmen des staatlichen Appells „Veranstaltungen meiden“ mehr Differenzierung zwischen Privatfeiern und kulturellem Programm. Als Veranstalter betont Beitzel seine Verantwortung, die er gegenüber seinem Publikum hat: „Die Kunst- und Kulturszene hat geprüfte und sehr gute Corona-Maßnahmen entwickelt, in die sie bereits viel Geld gesteckt hat.“ Der momentane zweite Lockdown bedeute für viele seiner Kollegen ein Abrutschen in die Sozialhilfe: „Corona wird eine große Lücke in der Kulturlandschaft hinterlassen“, so Beitzel abschließend beim Gespräch im Innenhof des Oberen Schlosses, dem Ort, an dem noch ein sanftes Rauschen vergangener Poetry-Slam-Veranstaltungen zu verspüren ist.

Ein wenig Optimismus in die Stille bringt Crauss (www.crauss.de), lokaler [tatsächlich: übernational agierender!] Gegenwartspoet, Dozent für kreatives und biographisches Schreiben und Kulturpädagoge. Beim Treffen mit obligatorischer Maske und dem gebotenen Abstand beginnt das Gespräch am Siegufer über sein Projekt: gesprochene Lieder, Videoclip-Ästhetik und eine „vollanaloge“ Perspektive anstelle einer beständigen Virtualisierung „leiser Gedichte“. Trotz eines Plädierens für vollanaloge Seminare und Lesungen greift auch Crauss in heutigen Zeiten auf Online-Alternativen zurück, um „alive“ zu bleiben. So bot er beispielsweise im vergangenen Frühjahr Webinare an in der Reihe „Selbst-Versuche“ des Hauses für Poesie Berlin sowie einen Schreibworkshop über das Online-Portal des Bruchwerk-Theaters. Doch auch Crauss fehlt das direkte Interagieren bei Live-Lesungen und -Workshops, und die Ungewissheit über das Stattfinden geplanter Veranstaltungen bringt ihn, wie viele andere Künstler, zum Nachdenken. Die Buchvorstellung seines neuen Bandes „Blackbox“, einer dreisprachigen Lyriksammlung auf Englisch, Deutsch und Mazedonisch, hätte bereits im November bei der Biennale für zeitgenössische Künste „SlovoKult::LiterARTur::2020“ stattfinden sollen und wurde aufgrund der Pandemie auf den 21. bis 23. Dezember verlegt. Ob seine Lesung zur „Schönheit des Wassers“ in Netphen am 14. Januar 2021 live stattfinden kann, bleibt ebenfalls noch unklar.

Was ist mit und vor allem was wird nun aus unseren Künstlern, Schriftstellern, Musikern und Slampoeten? Leise nutzen sie Nischen, um „alive“ zu bleiben und in „Stille“ auf eine altbewährte, normale Nähe zu ihrem Publikum hoffen zu dürfen. Leise, um an einem Morgen in der Zukunft aus der virtuellen Isolation zurück auf die Bühne treten zu können und in der Interaktion mit ihrem Publikum wieder laut zu sein, denn: „Ohne Kunst und Kultur wird’s still.“

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Vollanalog statt digital – Crauss in der SZ über Methoden, alive zu bleiben

AUFBÄUMEN oder AUFFORSTEN

AUFBÄUMEN oder AUFFORSTEN fragt die zeitschrift AM ERKER in der gerade erschienenen nummer 79. aber warum das “oder”?
seit jahren winden wir uns. seit jahren sterben mensch, natur und liebe wegen okönomisierter monokultur. wollen wir das? wollt ihr das?

Crauss schäumt und bäumt sich auf mit gesteigerter romantik: IM SCHATTEN EINER KASTANIE müht sich ein greis über die katzbuckel von broumov. gleich neben dem poem sucht ein verzweifelter in einer wild-nereidischen waldschaft den schwindenden freund. GHAZAL sowie das genannte gedicht sind hier zum ersten mal abgedruckt.

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AUFBÄUMEN oder AUFFORSTEN

Weshalb ein Berufsfeldpraktikum bei Crauss auch für Lehrämtler interessant ist

Der Praktikumsgeber ist ein im gesamten deutschsprachigen Raum renommierter Dichter, Kurzprosa-Autor, Essayist und Kulturpädagoge. Er wurde Mitte der 1990er Jahre durch neue, produktive Verfahren einer Videoclip-Ästhetik in der Lyrik einem breiteren Publikum bekannt und mit wichtigen Literaturpreisen ausgezeichnet, seine Dichtung in mehr als zehn Sprachen übersetzt.

Der Ort des 80stündigen und über mehrere Wochen auszuführenden Praktikums entspricht der o.g. Adresse sowie dem jeweiligen individuellen Arbeitsplatz/-ort der Studierenden. Neben Tätigkeiten, die die Anwesenheit des Praktikumsgebers erfordern, werden selbständige, ortsunabhängige Recherche- und Pressearbeiten sowie Audio- und Videoschnitt notwendig.

Der Projektrahmen gliedert sich in unterschiedliche Einzelmaßnahmen zur Erarbeitung, Darstellung und öffentlichkeitswirksamen Präsentation der schriftstellerischen Arbeit von Crauss sowie aller damit zusammenhängenden Projekte, bspw. der Erarbeitung eines Schuljahresprojekts Kreatives Schreiben und Unterrichtsvorbereitung zu Allgemeinthemen der Erwachsenenbildung (Vermittlung von Kernkompetenzen).

Die berufsbildenden Kompetenzen, die im Rahmen eines Praktikums im Schriftstellerbetrieb erlernt oder eingeübt werden können, sind u.a.:

» Genaues Lesen, Korrigieren (bspw. im Überblick von der ersten Skizze bis hin zur Drucklegung eines Textes)

» Sicheres Organisieren von Textzusammenhängen und Übergängen (bspw. bei der Vorbereitung von Vorträgen und Lesungen)

» Umgang mit zunehmend wichtigen Techniken digitaler Vermittlung von Inhalten

» Vermittlung zwischen unterschiedlichen Instanzen der Textproduktion und –rezeption

Attraktiv ist ein Berufsfeldpraktikum im Schriftstellerbetrieb gerade weil es nicht im direkten Zusammenhang einer Schule stattfindet, gleichwohl mit jeder Einzelaktion das kommunikative Feld zwischen Vermittelndem und Rezipienten vorbereitet und so auch über den rein schulischen Betrieb hinausweist. Crauss‘ ›Partner‹ rangieren von AG-Schülern* der Grundschule bis hin zu Senioren*, die biographisch schreibend ihr Leben reflektieren und anderen Künstlern, mit denen Inhalte von Gemeinschaftsarbeiten abgestimmt werden müssen. Dabei hält der Content der Praktikumstätigkeiten jederzeit Kontakt zu zeitgenössischen und aktuellen Bezügen der Wirklichkeit.

Bei Interesse: Kontakt aufnehmen.

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Weshalb ein Berufsfeldpraktikum bei Crauss auch für Lehrämtler interessant ist

Nicht verpassen: Lesung und Workshop mit Crauss.

DISKO LÜGT, oder: DER SEKT SCHMECKT NUR, WENN ER PRICKELT

Mittwoch, 09.09.2020 um 19:00 Uhr in der Buchhandlung BÜCHER BUY EVA
Markt 5, 57271 Hilchenbach

Die Lesungen, die Crauss in der heimischen Region hält, sind rar. Der Dichter und Kulturpädagoge ist mit seiner Poesie im gesamten deutschsprachigen Raum unterwegs. 2019 hat er zahlreiche private Wohnzimmer mit Gedichten und Geschichten versorgt und sich bei dieser Lesetour selbstverständlich neue Inspiration geholt.

Mit DISKO LÜGT bringt er nun selten gehörte Prosatexte nach Hilchenbach. Denn neben erotischen Kurzgedichten und Liebeslyrik aus seiner Poesieschachtel BUNTE SOCKEN TRAGEN sollen hier endlich einmal wieder Geschichten über die Jugend, das Verliebtsein und das ewige Prickeln in den Lenden zu Wort kommen. Ist es peinlicher, eine romantische Message zu erhalten oder selbst auf Senden zu tippen? Und wieviele Zeichen braucht es, um wirklich alles zu sagen? Vom MOTORRADHELD bis zum SCHUNDFAKTOR ist alles dabei.

Am 12.09.2020 von 14:00 bis 16:00 Uhr findet dann im Museum für Gegenwartskunst Siegen ein Schreibworkshop statt:

Beim Wortwolken-Gewitter passend zum derzeitigen Museums-Thema können alle Interessierten ab 10 Jahre ohne Voraussetzung teilnehmen.

Im Mini-Workshop führt Crauss auf spielerische Weise in unterhaltsame Methoden ein, Texte zu erfinden und zu gestalten. Wir schauen in den Himmel: Wortwolken, Schäfchenwolken, Kumulusmücken, Schwärme von Luftfetzen.

Herzliche Einladung, Hauptsache heiter!

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Nicht verpassen: Lesung und Workshop mit Crauss.

KulturFlecken-Weg: Vogelhaus-Lyrik von Crauss

Passend zu Crauss Waldweg-Installation EIN HÄUSCHEN IM GRÜNEN stellt der Freudenberger KulturFlecken Silberstern e.V. auf seinem Youtube-Kanal ein Audio mit Texten zur Verfügung, die auch vor Ort über einen QR-Code abzurufen sind.

In jedem der Vogelhäuschen findet man mindestens zwei unterschiedliche Texte: Durchs Guckloch (vergittert, damit nichts Unpoetisches drin nistet) kann man ein Waldgedicht lesen, aus der Schublade lässt sich ein weiteres für die Wanderung oder als Postkartengruss entnehmen.

Das Erklär-Video unten zeigt, wie’s geht.

1) zielstrebig dem wald zu 2) landschaft in spe (swirling loneliness version) 3) schonzeit (swirling pastoral mists)
https://youtu.be/MtgDmO-TLS0
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KulturFlecken-Weg: Vogelhaus-Lyrik von Crauss

KulturFlecken-Weg: Kunst im Wald – und EIN HÄUSCHEN IM GRÜNEN

Es gibt ab sofort einen schönen neuen Ausflugstipp fürs Siegerland: Rund um den Kern des historischen Fachwerkstädtchens Freudenberg verläuft ab 16.08.2020 der etwa 6,5 km lange KulturFlecken-Weg, den verschiedene Künstler* mit ihren Werken bereichert haben. Neben namhaften Kunstschaffenden wie Silke Krah, Andrea Freiberg, Bianca Torrado-Berner oder Herb Schwarz ist auch Crauss vertreten, und zwar mit einer Vogelhaus-Installation, die dem Wanderer ein kleines Textfutter mit auf den Weg gibt.

Mehr Infos zur Lage und Route des KulturFlecken-Wegs sowie zu den einzelnen Objekten gibts hier.
Wer direkt zu Crauss’ HÄUSCHEN IM GRÜNEN spazieren möchte, kann das mit folgenden Koordinaten: 50°54’07.5″N 7°51’08.9″E oder 50.902083, 7.852481

EIN HÄUSCHEN IM GRÜNEN, KulturFlecken-Wegpunkt Crauss-Installation


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KulturFlecken-Weg: Kunst im Wald – und EIN HÄUSCHEN IM GRÜNEN

EIN ACH! AUF DIE NATUR

01. AUGUST 2020
Gemeinsame Wanderung ab 14:00 Uhr
Lesung ab 18.00 Uhr

THOMAS ANTONIC, CRAUSS, NATASCHA GANGL & MAX HÖFLER
im Kunsthaus Mürzzuschlag

»aufTrieb 2020« Literatur / Lesung

Das wird die österreichische Literatur nicht überleben. Gerechnet wird mit der freiwilligen Selbstauflösung derselbigen aufgrund ihrer dann endlich eingesehenen Unreformierbarkeit! (Thomas Antonic)

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EIN ACH! AUF DIE NATUR

das magazin leeren … oder: liebhaberzählen

in der sommerausgabe von DAS MAGAZIN, einer bunten, seit 1924 bestehenden kulturbroschüre, gibts ein gedicht von Crauss: liebhaberzählen. also, was man so macht, wenn wegen corona sämtliche keller aufgeräumt sind und entsprechende leichen wiederauftauchen.

das magazin leeren ist freilich ein anderes, nämlich ein einhandthema, das sich aus dem liebhaberzählen ergeben mag …

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das magazin leeren … oder: liebhaberzählen

Prolog 20 is out!

Prolog, das Heft für Zeichnung und Text erteilt eine Absage an die Lethargie und Gleichgültigkeit. Gerechte Kulturförderung in Deutschland? Absage. Kunst, die man sich erschließen muss? Absage. Aufgeben deswegen? Absage Absage Absage!

Das von Dorit Trebeljahr und Anton Schwarzbach initiierte Projekt bringt seit Jahren verschiedene Künste zusammen, nicht nur im Heft, sondern auch in Ausstellungen und Aktionen. Was VERSNETZE für die deutschsprachige Lyrik ist, ist Prolog fürs künstlerische Crossover!

Und was ist drin in # 20 zum Thema Absage (außer Crauss’ coverversion von Madonnas hung up) ? Hier kriegt ihr Klarheit. Und im ersten Teil des Vorworts nebenan auch. Klick klick …

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Prolog 20 is out!

wohnzimmerlesungen

wohnzimmerlesungen sind wieder im schwange, nicht erst, seit Crauss 2019 eine ganze lesetour durch deutsche wohnstuben gemacht hat … mit der notwendigkeit oder zumindest dem bedürfnis, in pandemischen distanzzeiten aus dem privaten heraus zu streamen und dadurch teil kultureller öffentlichkeit zu sein, verstärkt sich aber auch die frage: wie präsentiere ich mich, meine umgebung und meine inhalte in videostreamings. und was unterscheidet echte wohnzimmerlesungen davon.

Konstantin Ames beschäftigt sich in einer grösseren arbeit mit “dichterlesungen seit den 1950er jahren”. unter diesem vorzeichen stellte er Crauss die frage nach der wohzimmerhaftigkeit des literaturstreamings. die antwort kann man nun nachlesen im signaturen magazin, dem forum für autonome poesie.

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wohnzimmerlesungen

die frau die neben mir wohnt

die frau die neben mir wohnt
heisst rouge und hat eine katze.
ich höre sie tanzen wenn ich noch schlafe
die katze verkriecht sich dann unter dem bett.
das weiss ich weil rouge mir erzählt hat davon:
ich habe noch nüsse die kannst du
mir knacken. und manchmal nimmt
die frau die neben mir wohnt
mich mit auf die felder. dann hat sie
die dicken stiefel unter dem rock an und singt
und es schallt und schwebt ihr vibrusto
dass der mais wieder grün wird
und die häschen sich fürchten.
die katze beriecht uns wenn wir
nach haus kommen und putzt uns
die flausen vom bein. abends steht nochmal
die frau die neben mir wohnt
vor meiner tür einen teppich
um ihren leib eine decke ums herz rum
geschlungen: ich kann noch nicht
schlafen und meine katze
hat flausen ums maul und willst du
mich küssen. und manchmal küsse ich sie.

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die frau die neben mir wohnt

born slippy/ drachen steigen underworld


deine stange. du bist dünn. deine dünnen flügel aus papier. deine dünnen flügel aus papier. im wind. schlag. deine sonne. flieg hoch. dein fenster bricht. deine stange. du bist dünn. deine dünnen flügel aus papier. zucker dose. zucker junge. geht rein. zucker dose. zucker junge. kerze in der hand. zucker junge. deine stange. du bist dünn. deine dünnen flügel aus papier. deine dünnen flügel aus papier. im wind. klappern. klappern. deine sonne. steig hoch. dein fenster ist im wind. zer brochen. dein markenzeichen grollt. dein zeichen flattert. klang körper. heimatlose bäume. sammeln sich. vor deinem fenster rufen schmuggel kinder. nach dir. und liegen zwischen fliegen rum. das fieber jenes sommers kommt. katzen sammeln sich vor deinem fenster. heimatlose bäume. schmuggel kinder rufen dich. lieben dich. liegen zwischen. liegen zwischen fliegen rum. du fliegst. fliegst hoch. deine stange. du bist dünn. deine dünnen flügel aus papier. steig rein. in deine sonne. steig hoch. schlag. schlag. dein fenster hat der wind. zer brochen. die sonne scheint. die sonne scheint. auf deinem markenzeichen. blauer bauch. deine stange. du bist dünn. deine dünnen flügel aus papier. klang körper klang körper klang körper klang kling klang körper kling klang kling kling dein ding. flattert. dein klang. grollt. zucker dose. zimt arsch. bleich bauch. schlag schlag schlag schlag schlag hoch. klang körper. klang.

da ist ein geräusch. auf der andern seite dieser mauer. ein vogel singt. auf der anderen seite dieser scheibe. fuss spurn. verborgen. stille wahrt eine stimme auf. ich geh im wind ans wasser ran. umspült fast meine füsse. hör dem stacheldraht zu. summt. und ein geräusch auf der andern seite. der mauer. ein vogel zwitschert auf der andern seite. der scheibe. fuss spurn. im verborgenen. die stille fesselt eine stimme. silber kette. gummi riemen. weg geworfen. flügel ab. gebrochen:

wow! lauf junge hunde junge dreckig tauber engel junge eingang junge sie war ein lippstift junge sie war ein schöner junge und tränen junge und alles in deinem innenleben junge du hattest hände junge mädchen eisen junge hattst chemiebaukästen junge und ich bin dir nah gekommen junge und du stöhnst bloss junge sagte sie sie sagte komm schon her komm her sie lächelte dich an mann. lass dein gefühl raus zieh nur die maske niemals aus mann zufall mann frau blond hoch spannend rennend rhythmus frau blond mann blond land blond frau mann spannend meine droge mann bist echt mann sprich mit mir mann hund dreckig tauber peitschenjunge machst dich nass mann riesig grosses ding mann saurer riese mann und eine grosse nummer mann und nummern nummern nummern nummern nummern nichts erinnern junge. magst meinen gummiprügel junge und wirst feucht wien engel. entgleist. du hast einen lila mund und bist so sukkulent junge saftig schimmernd schmutzig wunderbarer heisser junge telephondraht ich und Gott und alle auf der leitung und da kommt ein engel rein und schau mich an und deine mutter machte hockend in ein ubahn loch am einkaufszentrum und ich komme gerade frisch vom schiff und sprech sofort den blondsten an den ich finden kann ich ruf nach bier bier bier bier bier bier bier und nach dir junge ruf nach bier bier bier und gib mir jemand bisschen was zum schnupfen junge hunde junge weisses megaschnupfzeugs junge spass junge macht doch spass junge siehst ne menge dinge junge ruf nach bier bier bier bier bier und diesem weissen crack da zeig ich dir was alles so sehen kann und was man machen darf wenn man sich traut geh doch heim mann mama junge hallo mama mann die hats doch auch drin süsser schnee wind süsser winter süss im wind und mild im regen wind im winter

das telephon klingelt. sie sagt:

du fühlst dich nicht mehr an wie früher. süss im winter süss im regen. saftig. vor gebrauch gut schütteln sagte sie. so rührst du mich lang schon nicht mehr an. verbindung rein. empfänger aus. sie liess dich durch die hintertür rein. rausgefunden dass dir etwas fehlte an ihr. fühlst dich nicht mehr an. fahr ab fahr auf den rhythmen der mitternachtsbahn nach wannsee. kann sie folgen. reite die rhythmen. süss im winter süss im regen. drehst du deine runden. vor drei stunden noch war alles gut. so weit. so rührst du mich schon lang nicht mehr. nein. nein. verbindung leitung standkontakt. sie war eine leitung standkontakt zum locus communis wo jeder war wie jeder. zeit. brachte dich weiter. schwer gefasst was los war. regennass und schüttel mich sagst du du rührst mich nicht mehr an wie sonst du streichelst nicht wie früher her komm her der stecker steckt nicht mehr das radio spielt sie liess dich durch die hintertür für ein paar stunden schnurrtest auf den rhythmen die aus ihrem haus heraus warn durch die stadt bahn letzter zug nach wannsee wann sehn wir uns wieder drehtest deine heimlich heimlichen runden durch die stadt auf diesen schweren liedern wieder wissen wir nicht wann und ob und wann und überhaupt ob wir uns wiedersehn ich seh dich stehn am fenster denkst du mensch da dringen deine lieblingslieder raus und tragen mich ganz mild im regen bin so dreckig. und das licht es blendet mich macht meine augen blind. du bist so furchtbar schmutzig. und das licht es blendet deine hand. gut schütteln vor gebrauch doch du berührtest sie nicht mehr. dann mach das radio an und denk an mich ich liebe dich und wehe mit dem wind schwernass ach was schalts radio ein ich will dein äther sein und gleite auf den rhythmen durch die nacht zu dir. ich war beschäftigt telephonsex anzuhörn der durch die hintertür erschien. in deinem haus. in haut hautengen unterhosen. und die lichter blenden mich weit weg von dir ich ziehe wellen durch die stadt vor stadt vor langer zeit war uns kein weg zu weit zu uns und uns und uns und dir und mir und schlammnass sinke ich am strassenrand in meiner hand ein bild von dir und dreckig und die lichter blenden mich ich denk an dich und flieh vor dir und ziehe wellen und wir werden wellen wurden alle samt verrückt und tanzten. tanzten uns allein. meinen kick krieg ich wos leben nur ein augenblick ist. meinen nervenkitzel bis zum kurzschluss in der stadt. im stadtbahntakt. das licht macht meine augen blind. und ich fühl mich schmutzig. und das licht und fühl mich so erschüttert. da geht Gott auf krücken. und da kommt ein neuer Gott. da kommt ein neuer Gott wie ubahngrollen mit dem duft von zimt und einer violetten zunge und ganz leicht angezogen einem hokuspokus aus pixeln. und ich hatte telephonsex alle hände voll zu tun und süsser winter süss im wind und schwerrnass pfützenspass um über die leere in meinen lieblingsjeans hinweg zu kommen. und ich krieg aufs maul. gefriergetrocknet. krieg aufs maul krieg meinen kick für einen augenblick das licht verbrennt mir meine augen. und ich fühl mich dreckig. da geht Gott auf krücken. und ich werde nicht verrückt. ich werde nicht verwirrt sein. sie haben mich verwirrt allein gelassen ich werde nichts anfassen nichts anfangen nicht verrückt mit einem andern mann. ich kann bis heute nicht begreifen was mich trieb ich lieb dich doch ich lieb dich noch ich wollte doch nur sehn wie sich das anfühlt aufgewült die stadt umspült mich spült mich an den rand ins vorland strand nass regensüss im winter habe nicht gewusst geahnt das hat mich umgehaun. für einen augenblick den kick auf kanal acht. die qual der wahl. erleichter dich. hör auf deine augen sagte jemand. aber alles was ich sehen konnte war Doris Day auf einer riesigen satellitenleinwand wie sie mit Schleudertrauma Tom dem autoknallkopf in der ubahnröre am nollendorfplatz verschwindet. und das licht verbrennt mir die augen. und das licht verbrennt mir die augen. meinen kick für einen augenblick auf kanal acht. und es wird nacht. schnee. flimmern
. . .

Crauss: MOTORRADHELD. prosa. klagenfurt/wien: ritter verlag 2009
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born slippy/ drachen steigen underworld

AIN’T NO SUNSHINE … Crauss’ Hommage an Bill Withers

Das Kunsthaus Muerz hätte den Zeitpunkt nicht treffender wählen können: eine Woche nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd und zwei Monate nach dem Hinscheiden des legendären Bill Withers (1938-2020) heisst es vom 03. bis 15. Juni 2020 exklusiv über die Website des Kunsthauses Mürzzuschlag: AIN’T NO SUNSHINE … anytime.

Crauss ehrt die Ikone des queeren Soul mit einer eingedeutschten Fassung von Ain’t no Sunshine, die dem Use me-Withers-Cover von Grace Jones (der geilste Bratzn-Dub nach Lil Franz) in nichts nachsteht.

Seit Crauss mit seinem Verleger Marcel Diel Ende der 90er im Wettbewerb um die schönste deutsche Version von Scarborough Fair stand – und unterlag – dichtet er zur Wiedergutmachung GESPROCHENE LIEDER am laufenden Band.

Songs und Chansons aus anderen Sprachen eben genau nicht 1:1 übersetzt, sondern durch Nachdichtung ins eigene Idiom übertragen. Ein komplettes #SPRACHGLITTER-Konzert mit dieserart Wort gibts bald auf der gleichen steirischen Welle. So, stay tuned, bevor du deinen Lover zum Teufel jagst!

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AIN’T NO SUNSHINE … Crauss’ Hommage an Bill Withers

MEISTERKLASSE QUEERES DICHTEN – 09. JUNI ONLINE

Die SelbstVERSuche des Poesiefestival Berlin erkunden diesjahr die Aktualität und historische Kontinuität queerer Lebensstile in der Poesie.
Bereits in der persischen Ghaselendichtung war die homoerotische Liebe fast das einzige amouröse Thema, von Shakespeare bis Stein, von Rumi bis Dickinson haben große Dichter* viele ihrer schönsten Gedichte dem eigenen Geschlecht gewidmet.

Im Workshop (09.06.2020 ab 18 Uhr) erkunden die Teilnehmer* in gemeinsamen Schreibexperimenten unter der Leitung von Crauss Scheu und Selbstbewusstsein im poetischen Ausdruck von Bromance, Friends-Forever-Fantasien und dem Anschmachten des eigenen Geschlechts. Die Veranstaltung findet als Webinar mit zugehörigen E-Learning-Elementen statt.

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, allerdings gibt es eine begrenzte Platzzahl.

Anmeldungen kostenlos unter: mitmachen@haus-fuer-poesie.org

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MEISTERKLASSE QUEERES DICHTEN – 09. JUNI ONLINE