Ein Zirpen in der Kiefer – und die Bienen halten die Uhren auf

Viel wird über die Natur, ihre Schönheit, aber auch ihre Erschöpfung geredet, doch wie lässt sie sich in der Dichtung einfangen? Mehr als 100 zeitgenössische Lyrikerinnen und Lyriker geben ihr in neuen Naturgedichten eine Stimme. Anton G. Leitner hat eine Sammlung zusammengestellt, die zeigt, wie sich heute poetisch mit und über Natur reden lässt: aktuell und alltagsnah, humorvoll und schwärmerisch, kritisch und besorgt. Zeitgenössische Lyrik, die einen ambivalenten Weitblick auf unseren schönen, erschöpften Planeten wirft.

Die Bienen halten hier die Uhren auf. Und neben Crauss sind u.a. Reinhard Kiefer, Helmut Krausser, Axel Kutsch, Gundula Schiffer, Ralf Thnior und Christoph Wenzel dabei.

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Ein Zirpen in der Kiefer – und die Bienen halten die Uhren auf

grenzüberschreitung: mazedonisch, englisch, deutsch

„wir sind in europa. das war nicht immer so“ – so könnte eine gewichtige rede über das zusammengehörigkeitsgefühl der nationen beginnen.

kommen wir aber direkt zum punkt und bringen das gedicht zur imaginierten rede: Elizabeta Lindner hat Crauss‘ in LAKRITZVERGIFTUNG bereits auf polnisch und georgisch erschienenes gedicht grenzüberschreitung nun für slovokult auf mazedonisch übertragen. eine englische fassung von Mark Kanak gibts als zugabe – und selbstverständlich auch nochmal das original. viel spass beim lesen!

achso … slovokult arbeitet stets in kombination von text und bild. das slippery slope stammt von Ivan Ivanovski-Lizgav. und wer das gedicht gerne hören will, kann sich die georgische version (übersetzt von Dato Barbakadse) auf soundcloud reinziehen.

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grenzüberschreitung: mazedonisch, englisch, deutsch

café brütt: l’auberge était comme un vêtement

café brütt ist eines de rsentimentalen reisegedichte aus DIE HARTE SEITE DES HIMMELS. zur VERNIS GRAVE, einer second hand kunstausstellung in paris 2019, installierte Crauss den text in deutscher und französischer fassung. einen eindruck davon sowie die komplette französische textversion gibts jetzt auf youtube in den kommentaren zum video.

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café brütt: l’auberge était comme un vêtement

Crauss ist der Hammer!

Im Frühjahr erschien die von Stefan Hölscher im Geest Verlag herausgegebene Anthologie queerer Lyrik So gerade/ nicht. Jetzt hat Walther Stonet dazu für das Online-Feuilleton zugetextet einen Lektürebericht verfasst.

Über Crauss heißt es darin: „Crauss als Poet ist der Hammer. Das hat [damit zu tun], dass er einer der wenigen ist, die es geschafft haben, eine ganz individuelle Sprachmelodie zu entwickeln. Er ist einer der unterschätzen Poeten der Gegenwart, zweifelsohne. Vier seiner fünf Beiträge sind überdurchschnittlich. Wer ihn bisher nicht kennt: Kaufen und lesen. Crauss ist für jeden Poesieverrückten ein Muss.“

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Crauss ist der Hammer!

einzigartig, aber teilbar

Crausslyrik ist erlebnislyrik, ist der kontrast zwischen rauschhaft erzählten, synästhetischen episoden und beinahe meditativen bild- und sprachkonzentraten ist bewegung: nichts hält, alles drängt und […] will hingabe, schrieb der lektor Marcel Diel.

alles in allem also einzigartig, was Crauss – nicht nur in seinen texten, sondern auch in seinen performances – bietet.

die beiträge auf dieser website kann man allerdings ab sofort teilen und in die digitale welt hinaus tragen: einfach auf das symbol unter den einzelnen beiträgen klicken und ein medium (facebook, whatsapp, threema oder ander messenger) auswählen. viel spass beim weitersagen!

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einzigartig, aber teilbar

Die strenge Sinnlichkeit des Dato Barbakadse

Widmar Puhl sagt es bereits in der Überschrift seines Lektüreberichts: Die Gedichte des georgischen Lyrikers Dato Barbadadse sind keine leichte Kost, sondern kommen mit metaphysischer Wucht daher.

Es war eine Herausforderung, die oft mehrfach geschichteten Sprach- und Denkbilder in die etwas flachere deutsche Sprache zu übertragen – am Ende war ich aber froh, an den Übersetzungen zu WENN DAS LIED SICH VOM ERMÜDETEN KÖRPER BEFREIT beteiligt gewesen zu sein. Der Band ist im Pop Verlag erschienen.

Wer umgekehrt Barbakadses Umgang mit Craussgedichten erleben und erlesen will, sei auf LAKRITZVERGIFTUNG verwiesen. Für die juicy transversions hat Dato bereits 2011 Crauss‘ Poesie ins Georgische geholt.

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Die strenge Sinnlichkeit des Dato Barbakadse

zuviel an lyrischem sperma – Brinkmanns frühe gedichte

zu Rolf Dieter Brinkmanns 80. geburtstag dieser tage lohnt sich nicht nur ein blick auf Roberto di Bellas website Brinkmann wildgefleckt, sondern auch in Crauss‘ 2018 erschienenen essayband SCHUNDFAKTOR. neben aufsätzen über Niklas Lem Niskate, Adrian Kasnitz, Julien Green, W.G. Sebald, Heine und diverse urbane phänomene (prenzlauer berg bis tokyo) und browserverläufe gibts auch eine besprechung von Brinkmanns frühen gedichten vorstellung meiner hände.

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zuviel an lyrischem sperma – Brinkmanns frühe gedichte

Voguing auf dem Laufsteg des Ich: Online-Workshop

Die SelbstVERSuche des Hauses für Poesie Berlin erkunden diesjahr die Aktualität und historische Kontinuität queerer Lebensstile in der Poesie. Bereits in der persischen Ghaselendichtung war die homoerotische Liebe fast das einzige amouröse Thema, von Shakespeare bis Stein, von Rumi bis Dickinson haben große DichterInnen viele ihrer schönsten Gedichte dem eigenen Geschlecht gewidmet.

Im Workshop erkunden die TeilnehmerInnen in gemeinsamen Schreibexperimenten unter der Leitung des Dichters und Kulturpädagogen Crauss Scheu und Selbstbewusstsein im poetischen Ausdruck von Bromance, Friends-Forever-Fantasien und dem Anschmachten des eigenen Geschlechts. Die Veranstaltung findet als Webinar mit zugehörigen E-Learning-Elementen (Textkarten, Schreib-Pad und Zoom-Konferenz) statt.

Montag, 04. Mai 2020, 17–20 Uhr – Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Anmeldung unter: mitmachen@haus-fuer-poesie.org

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Voguing auf dem Laufsteg des Ich: Online-Workshop

Versnetze_13: Der Jahresüberblick

Versnetze_13 ist da. Die vom mittlerweile 75jährigen Axel Kutsch herausgegebene Jahresanthologie ist nach wie vor der wichtigste und authentischste status quo deutschsprachiger Lyrik, noch vor dem etwas berühmteren Lyrikjahrbuch.

Crauss ist diesmal mit drei Gedichten vertreten: über eine romantische Flixikation, die Schwestern der göttlichen Vorsehung in Asbeck (Münsterland) und über die Bereitschaft zu tauschen – denn nur so bleibt die Währung stabil.

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Versnetze_13: Der Jahresüberblick

gedichtwechsel: wie nennst du mich

Hasune El-Choly und Crauss haben einen kleinen gedichtwechsel veranstaltet. du musst mich immerzu ansehen, hiess das ausgangspoem, das El-Choly nicht nur an Crauss richtete, sondern in dem er auch einen bezug zur Mayröcker-phrase wie ich dich nenne herstellte bzw. zum gleichlautenden gedicht in Crauss‘ DIE HARTE SEITE DES HIMMELS.

Crauss antwortete mit patchouli und mull. beide poeme sind nicht nur nachzulesen im fixpoetry-feuilleton, sondern auch von beiden autoren nachzuhören!

patchouli und mull

Crauss an Hasune El-Choly

wie nennst du mich, wenn du stolperst
über die eigenen schwüre, das pochen,
das längst metastasen gebildet hat.
gabst dich immun, durch den mundschutz
war aber deutlich das prasseln zu hören,
die angst vor einer brandneuen welt.
du liebtest mich. ich aber sollte dich hassen.
als ich nach libanon wollte, warntest du:
die zedern können dich heilen, verkrusten
wird das gedächtnis.

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gedichtwechsel: wie nennst du mich

Brinkmann: 80 – was fürn Scheiß!

Brinkmann gemeinfrei

Der alte Nörgler wäre dieser Tage 80 Jahre alt geworden. Roberto di Bella kümmert sich aber ganz liebevoll um sein Andenken mit der Website Brinkmann wildgefleckt. Und Crauss hat ein Audio seines Gedichts beigetragen, das ihm von Michi Braun den Ruf eines Epigonen einbrachte. Damals.

Scheißegal – Brinkmann tanzt faithless, eines dieser letzten Lieder vorm Heimgehen …

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Brinkmann: 80 – was fürn Scheiß!

So gerade / nicht

queere anthologie… also quer? Schräg? Ja, genau! Queere Lyrik 2020 verammelt 15 Autoren*, deren Poesie aus dem heteronormativen Rahmen rutscht. Darunter u.a. Thomas Böhme mit einer Mini-Werkschau 1988-91, Alexander Graeff mit pfirsischweichen Ereignishorizonten, Zoltán Lesi & Mátyás Dunajcsik  mit einem Schlaflosigkeitsdialog – und natürlich Crauss.
Crauss übt mit „drei gestalten auf einer wiese“ „deepthroat“ und blickt mit Motiven von Gaga Nakhutsrishvili einem „herumtreiber“ hinterher. Die von Stefan Hölscher herausgegebene Sammlung gibts im Geest-Verlag.

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So gerade / nicht

Vor 355 Jahren: Die Pest in London

Zum 355. Jubiläum der Pest in London wiederholen Armin Nassauer & Crauss ihre Pest-Lesung von 2016 online!
Auf Soundcloud gibts eine Kompaktfassung von etwa einer Stunde. Aktueller denn je. Zu Wort kommen Daniel Defoe & Samuel Pepys.
Viel Spaß beim Beulen zählen!

Die PestWeltweit gibt es heute noch 4.000 Pestfälle im Jahr. Von 1978 bis 1992 meldete die WHO 1.451 Todesfälle in 21 Ländern. In den USA erkranken jährlich zehn bis zwanzig Menschen an der Pest. Im Jahr 2014 starben in Madagaskar in einem Pest-Ausbruch mindestens 40 Menschen. Das bekannteste Beispiel einer Pestepidemie ist die große Pest von 1665, die Samuel Pepys in seinem Tagebuch festhielt und Daniel Defoe in seinem Buch Die Pest zu London bechrieb. Pepys‘ Tagebuch ist akribisch und hält Persönliches und Öffentliches gleichermaßen fest, mit bemerkenswerter Offenheit auch eigenen Schwächen gegenüber. Mit 59 Jahren veröffentlichte Daniel Defoe seinen „Robinson Crusoe“, drei Jahre später die journalistische Arbeit „A Journal Of The Plague Year“ (1722). Er gilt als einer der Begründer des englischen Romans. Im Bericht über die Pest, die er selbst nur als 5jähriges Kind erlebt hatte, mischt er mündliche und schriftliche Überlieferungen von Zeitzeugen mit genau recherchierten Daten über den Verlauf der Seuche, Sterblichkeit, Wetter, Verordnungen und anderem.

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Vor 355 Jahren: Die Pest in London

tabu und freier wille – Crauss blickt auf sein leben

etcetera #80eine neue ausgabe der niederösterreichischen kulturzeitschrift etcetera ist erschienen. texte, interviews und kunst beschäftigen sich mit tabu und freiem willen. Crauss hat beigetragen zu SCHAM UND CHARME. im heft gibts einen ausschnitt aus seiner biographischen und bisher unveröffentlichten selbstbeichte aber es heilt:

die liebe ist ein scheiss
hör ich mich fluchen

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tabu und freier wille – Crauss blickt auf sein leben