wohnzimmerlesungen

wohnzimmerlesungen sind wieder im schwange, nicht erst, seit Crauss 2019 eine ganze lesetour durch deutsche wohnstuben gemacht hat … mit der notwendigkeit oder zumindest dem bedürfnis, in pandemischen distanzzeiten aus dem privaten heraus zu streamen und dadurch teil kultureller öffentlichkeit zu sein, verstärkt sich aber auch die frage: wie präsentiere ich mich, meine umgebung und meine inhalte in videostreamings. und was unterscheidet echte wohnzimmerlesungen davon.

Konstantin Ames beschäftigt sich in einer grösseren arbeit mit “dichterlesungen seit den 1950er jahren”. unter diesem vorzeichen stellte er Crauss die frage nach der wohzimmerhaftigkeit des literaturstreamings. die antwort kann man nun nachlesen im signaturen magazin, dem forum für autonome poesie.

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MEIN DURSTIGES WORT gegen die flüchtige liebe

elif verlagder niederrheinische, von Dincer Gücyeter befeuerte  elif verlag hat seine dritte jahresanthologie soeben herausgebracht. lyrik lebt! durstiges wort gegen die flüchtige liebe präsentiert gedichte ua. von Stefan Heuer, Stan Lafleur, Mario Osterland, Dominik Dombrowski, Konstantin Ames und der grossartigen Safiye Can.


Crauss hat neben einem gedicht über Konstantin Kavafis (nach smyrna, bereits erschienen in BUNTE SOCKEN TRAGEN) und einem eifersuchtspoem (von dir) eine Macbeth-bearbeitung beigetragen. “tang, alg, elodeen, / froschgebisse rissen die recken wie drachen / in die tiefe” heisst es in 1|2.


eine ausführliche besprechung des büchleins mit Crauss-lob hat Timo Brandt auf fixpoetry besorgt.

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MEIN DURSTIGES WORT gegen die flüchtige liebe

poesie vernetzt

versnetze_achtteil acht der von Axel Kutsch herausgegebenen versnetze ist soeben erschienen. Crauss ist mit einem poem über den knabenweiher saint gall sowie einem nichtgeschriebenen gedicht von Marieluise Kaschnitz dabei:

vorher im regen / entfärbten die dinge sich. jetzt aber / gab es meerwind

versnetze ist eine der derzeit wichtigsten sammlungen deutschsprachiger poesie, vor allem auch, weil sie einmal nicht davon ausgeht, dass berlin der dreh und nabel von allem ist. die vernetzung ist wieder grossräumig nach postleitzahlbereichen vorgenommen worden, das finale versnetz kleiner grenzverkehr enthält neue gedichte von lyrikern aus österreich, der schweiz, frankreich, den niederlanden, finnland, belgien und den usa. ausser Crauss mit dabei sind ua. Konstantin Ames, Theo Breuer, Safiye Can, Manfred Enzensperger, Falk Andreas Funke, HEL, Stefan Heuer, Astrid Nischkauer, Kai Pohl, Clemens Schittko, Mikael Vogel, und Maximilian Zander.

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“ICH LIEBE ROTHAARIGE”

… rief Silke übermütig. “mein ganzes leben besteht aus roten haaren!”

mich erreicht eine werbemail* zu Rita Königs im herbst erscheinenden romandebut rot ist schön. Silke ist fünfzehn, ihre familie zerbricht, die mauer fällt, nichts mehr hat bestand. genauso liebt Silke: in rothaarigen liebhabern sucht sie ihre familie, und der verlag weiss, wie man leserinnen fängt:

  • identitätsroman
  • ddr ohne ostalgie
  • für Saša-Stanišic-leser

ich komme ins grübeln: Crausslyrik – für Konstantin-Ames-leser? oder doch besser: für Jan-Wagner-ermattete? was die roten haare angeht, halt ich es jedenfalls mit Heine:

am alten turme/ der rote bursche/ dem dichter wild sang:/ bleib bei mir, ich küss dich/

 

*nicht gemeint ist hier gemeine spam!

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“ICH LIEBE ROTHAARIGE”