So gerade / nicht

queere anthologie… also quer? Schräg? Ja, genau! Queere Lyrik 2020 verammelt 15 Autoren*, deren Poesie aus dem heteronormativen Rahmen rutscht. Darunter u.a. Thomas Böhme mit einer Mini-Werkschau 1988-91, Alexander Graeff mit pfirsischweichen Ereignishorizonten, Zoltán Lesi & Mátyás Dunajcsik  mit einem Schlaflosigkeitsdialog – und natürlich Crauss.
Crauss übt mit „drei gestalten auf einer wiese“ „deepthroat“ und blickt mit Motiven von Gaga Nakhutsrishvili einem „herumtreiber“ hinterher. Die von Stefan Hölscher herausgegebene Sammlung gibts im Geest-Verlag.

Vor 355 Jahren: Die Pest in London

Zum 355. Jubiläum der Pest in London wiederholen Armin Nassauer & Crauss ihre Pest-Lesung von 2016 online!
Auf Soundcloud gibts eine Kompaktfassung von etwa einer Stunde. Aktueller denn je. Zu Wort kommen Daniel Defoe & Samuel Pepys.
Viel Spaß beim Beulen zählen!

Die PestWeltweit gibt es heute noch 4.000 Pestfälle im Jahr. Von 1978 bis 1992 meldete die WHO 1.451 Todesfälle in 21 Ländern. In den USA erkranken jährlich zehn bis zwanzig Menschen an der Pest. Im Jahr 2014 starben in Madagaskar in einem Pest-Ausbruch mindestens 40 Menschen. Das bekannteste Beispiel einer Pestepidemie ist die große Pest von 1665, die Samuel Pepys in seinem Tagebuch festhielt und Daniel Defoe in seinem Buch Die Pest zu London bechrieb. Pepys‘ Tagebuch ist akribisch und hält Persönliches und Öffentliches gleichermaßen fest, mit bemerkenswerter Offenheit auch eigenen Schwächen gegenüber. Mit 59 Jahren veröffentlichte Daniel Defoe seinen „Robinson Crusoe“, drei Jahre später die journalistische Arbeit „A Journal Of The Plague Year“ (1722). Er gilt als einer der Begründer des englischen Romans. Im Bericht über die Pest, die er selbst nur als 5jähriges Kind erlebt hatte, mischt er mündliche und schriftliche Überlieferungen von Zeitzeugen mit genau recherchierten Daten über den Verlauf der Seuche, Sterblichkeit, Wetter, Verordnungen und anderem.

tabu und freier wille – Crauss blickt auf sein leben

etcetera #80eine neue ausgabe der niederösterreichischen kulturzeitschrift etcetera ist erschienen. texte, interviews und kunst beschäftigen sich mit tabu und freiem willen. Crauss hat beigetragen zu SCHAM UND CHARME. im heft gibts einen ausschnitt aus seiner biographischen und bisher unveröffentlichten selbstbeichte aber es heilt:

die liebe ist ein scheiss
hör ich mich fluchen

DIE ANGST IN PERSON: Schülervideo

Jürgen Drewes, Lehrer am Bischöflichen Clara-Fey-Gymnasium in Schleiden, hat mit seinen Q2-Schülerinnen ein beeindruckendes Video zu meinem Gedicht DIE ANGST IN PERSON (aus LAKRITZVERGIFTUNG) gedreht.

„Moderne Gedichte visualisieren“ war das Anschlussthema zur Unterrichtsreihe „Unterwegs sein – Lyrik von der Romantik bis zur Gegenwart“. „Es war eindrucksvoll mitzuerleben, wie engagiert, mit wie viel Herzblut und wie motiviert die Schülerinnen die Umsetzung (Inhalte, Location, Licht, Ton, Symbolik, Betonung des Textes, usw.) der von ihnen erarbeiteten Aussagen des Gedichts diskutierten und schließlich realisierten“, schreibt Drewes auf seinem Blog.

SCHÖNER SCHREIBEN, METHODEN: haltung/ herangehensweise 1

ich schalte, um meine maschine in gang zu bringen, auf erinnerungspunkte irgendwelcher vergangenheit, bringe dadurch etwas ganz intensiv in die mitte meines bewusstseins, wo es lebendig dasteht, zu sehen, hören, riechen, betasten, und in einer eigenbeweglichkeit, die es aus dem zustand des eingebettetseins in einen erinnerungsablauf befreit. [F. MAYRÖCKER]

nicht das wahrnehmen eines zufälligen erinnerungsfetzens also, sondern ein aktives hinwenden an den gegenstand der erinnerung, sodass er „beweglich“ wird, also nicht als erinnertes beschrieben werden muss, sondern als gegenwärtiges, gerade im augenblick vorhandenes.

THE MAKING OF >IO [HOME]<

AUTORENMUSKKAUTORENMUSIK ist erschienen. Das Buch zum Projekt des Kölner Sprechbohrer-Ensembles in Zusammenarbeit mit Florian Neuner und diversen Autoren auf der Grenze zwischen (klassischer neuer) Musik und Text. Es geht um die kompositorische Erforschung der Sprech- und Sprachwerkzeuge. Die Dokumentation kommt mit einer CD, die alle Stücke der zweiten Phase der Autorenmusik beinhaltet. Crauss ist im Buch mit einem Text über das Making Of seines Stücks IO [HOME] vertreten – einer Weltraum-Oper über den Untergang der Planeten-WG.