Politische Lyrik

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Gedichte gegen Rechts. Bleidruck. Liebevoll. Engagiert. Mit dabei ua.: Marco Kerler, Adrian Kasnitz, Mark Kanak, Axel Dielmann, Clemens Schittko, Gerald Fiebig, Robsie Richter und Crauss mit einem Gedicht über unruhigen Schlaf, verwischte Erinnerungen und eine alte Zeitung.
Mehr über das Projekt im Literatursalon Donau und beim Festival contre le Racisme Ulm.

NEULICH IM SCHRANK: CSD-Lesung in Siegen

csd-lesungKali Drische lebt mit ihrem Stammhirn (*1968, Berlin) zusammen. Weil beide schreiben, gibt es manchmal Streit um den Computer. Was dann herauskommt sind tragikomische Geschichten über „Körper, Sex und andere Widrigkeiten“. Anna Hetzer (*1986, Berlin) geht mit ihren Gedichten einen Schritt weiter und sucht „prasselnde Punkte“ im Strandbad: Küsse sind bei ihr erotische Zungenbrecher. Crauss schließlich (*1971, Siegen) versucht mit Texten wie „Big black Bone“ oder der Gerätebeschreibung „Fuccordeon bump fix 3000“ einen Spagat zwischen den Sirenen der Liebe.

Deutsch-Tschechischer Literaturaustausch: Crauss mit Stipendium ausgezeichnet

Crauss in da houseDas durch das virtuelle Literaturhaus Bremen vermittelte Förderprogramm „Tapetenwechsel – Ein deutsch-tschechischer Literaturaustausch“ ist eine Form der Schriftstellerförderung, die es Autorinnen und Autoren aus Deutschland ermöglicht, sich während eines Aufenthalts in Tschechien ganz ihren künstlerischen Tätigkeiten zu widmen. Jetzt hat die Jury den Schriftsteller Akın Emanuel Şipal für ein Stipendium in Prag und den Lyriker Crauss für einen Aufenthalt im Kloster Broumov (Böhmen) ausgewählt.
Crauss überzeugte und stach aus der Vielzahl hervorragender Bewerbungen vor allem mit seinem eigenwilligen interdisziplinären Ansatz hervor. Crauss sucht die Erweiterung von Literatur mit Musiker*innen und bildenden Künstler*innen zu besonders intensiven genreübergreifenden Dialogen. Die nachhaltige Beeinflussung seiner eigenen Arbeit durch „Tapetenwechsel“, die Erkundung von fremden Orten und die Auseinandersetzung mit anderen Kulturen erklärte seine Motivation für den Antritt des Stipendiums. Herzlichen Glückwunsch!

rückkehr vom mond: blut und bier in chicago 1932

der ELIF VERLAG hat lyrikerinnen und lyriker eingeladen, gedichte über das zu schreiben, was sie mit CINEMA verbinden. welche filme, szenen, charaktere sie erinnern, welcher schauspielerin oder welchem regisseur sie sich besonders zugeneigt sehen, was sie berührt, inspiriert, vielleicht getröstet hat, was ihr sehen veränderte oder assoziationen weckte.
Crauss hat sich berteiligt mit drei gedichten über peterchens mondfahrt (und einen liebes-moment), Janet Leigh mit Carey Grant sowie über das chicago des Al Capone.

nachdem es in den letzten beiden jahren einige unglückliche bemühungen gab, ein stimmungsbild der lyrik der letzten dekade zu fassen und man besser bedient war mit Tristan Marquardts/Jan Wagners unmöglicher liebe (die kunst des minnesangs in neuen übertragungen), wird CINEMA neben VERSNETZE_ELF wohl die wichtigste anthologie dieses jahres werden.

CINEMA, anthologie im ELIF VERLAG

DIE HARTE SEITE DES HIMMELS: Stefan Schmitzer fühlt sich bestens unterhalten, Matthias Fallenstein lobt den widerstand gegen identitäre diskurse

Stefan Schmitzer hält nicht viel vom klappentext des buches, erkennt in seiner rezension auf fixpoetry aber, dass es mit den heldenmotiven von DIE HARTE SEITE DES HIMMELS „sprachlich deutlich mehr als bloßes lyrisches abmalen symbolträchtiger settings“ auf sich hat. Crauss‘ texte seien „inhaltlich sorgsam inszeniert, aber sprachlich über ihre inszenierung hinausweisend – sie fliegen über fragmenten eines literarischen journals dahin, das den umgang mit vergeblicher oder halluzinatorische liebe zum gegenstand hat. so müssen wir das ganze buch lesen: angriff auf die eigene coolness.“ Schmitzer fühlt sich „bestens unterhalten“.

die komplette buchbesprechung gibts hier. und das buch ausser in jedem engagierten buchladen auch hier beim verlag.

und das sagt Matthias Fallenstein in seiner ausführlichen rezension auf fixpoetry: alles, was da erzählt und beschrieben wird, ist genauso wahr, wie die poesie nur eben es sein kann, und wie eben nur sie es kann. […] Crauss entwickelt in seinem werk einen spürbaren widerstand gegen identitäre diskurse, gleich ob es sich um nationale, religiös-kulturelle, gender- oder sexuelle identitäten handelt, also genau jene felder, die von einer politisch reaktionären rhetorik besetzt werden.

drei weitere texte aus dem band kommen hier.

HIMMEL