SCHÖNER SCHREIBEN, METHODEN 6
schauen Sie sich ältere lexika an, dort treffen Sie auf einen anderen blickpunkt. [W.G. SEBALD]
schauen Sie sich ältere lexika an, dort treffen Sie auf einen anderen blickpunkt. [W.G. SEBALD]
nichts was Sie sich ausdenken wird so haarsträubend sein wie das, was Sie von anderen menschen erzählt bekommen. [W.G. SEBALD]
ich könnte Ihnen etwas von random-elementen in meinen texten erzählen und dass ich mein wortmaterial auflade, atomisiere, deformiere, dass ich collagen… m...
lesen Sie bücher, die nichts mit literatur zu tun haben. [W.G. SEBALD]
genuine poetry can communicate before it is understood. (T.S. Eliot)
lesen Sie! immerzu nur lesen, das verständnis kommt von selbst. (Paul Celan)
die formulierte welt mit halbem ohr hören, und so das zeremonium verquer stellen, heisst doch wohl: die welt anders zusammensetzen, sie schräg von unten oder ha...
schreiben heisst, bisher unerhörte/ nicht gesehene dinge zu entdecken. geht es nicht darum, besteht kein anlass zu schreiben. sei unbedingt experimentierfreudig...
ich schalte, um meine maschine in gang zu bringen, auf erinnerungspunkte irgendwelcher vergangenheit, bringe dadurch etwas ganz intensiv in die mitte meines bew...
form 3 vermeiden Sie adjektive; sie blähen eine geschichte allzu sehr auf, wo man mit starken verben ebensoviel erreicht: er verschlang die nudeln statt er aß l...
form 2 lange sätze bewahren Sie davor, andauernd die figur beim namen zu nennen (Gertie tat das, Gertie fühlte jenes). andererseits kann sich eine noch so banal...
form 1 machen Sie unbedingt absätze. kleine happen lassen sich besser verdauen. auf einer grossen, einheitlichen textfläche gleitet das auge aus – und aus dem t...
achten Sie darauf, ein unmotiviertes oszillieren der erzählzeit zu vermeiden. wenn Sie in der vergangenheitsform beginnen, sollten Sie auch mit ihr enden. tempu...
dialekte macht aus normalen wörtern eine andere, seltsame sprache (zb. ‚Jessas’ für ‚Jesus’). [W.G. SEBALD]
erzählen Sie mehr, aber formulieren Sie weniger! jeder satz für sich genommen sollte etwas bedeuten. eine schrift sollte nicht den eindruck vermitteln, dass der...
seltsame begebenheiten sind interessant für die handlung [W.G. SEBALD] es ist stets befriedigend, beim lesen einer geschichte etwas zu lernen. Dickens hat das e...
es gibt zwei möglichkeiten, eine handlung zu entwickeln: erst existiert die story, dort hinein wird die figur geschrieben. sie entwickelt sich sozusagen an der ...
in einer geschichte kommen meist zwei arten von handlung vor: eine physische aktion (zb. ein diamantenraub / eine verfolgungsjagd); andererseits aber auch eine ...
das äussere leben speist sich aus dem inneren leben und aus einer backstory wound (schlagen Sie den begriff in einem lexikon für filmbegriffe nach): etwas, das ...
das (von anderen figuren sichtbare) äussere leben wird in der erzählten story vermittelt. was man einer figur maximal zumuten kann, hängt unter anderem von der ...
die figur hat ein inneres leben, auch wenn der text nicht explizit davon spricht. sie hat eine vorgeschichte von ihrer ‚geburt’ bis zum beginn der erzählten sto...
das wetter ist durchaus nicht überflüssig in einer geschichte (W.G. Sebald). es kann das gemüt der figur beeinflussen oder eine handlung verstärken/ unterstreic...
figuren brauchen details, die sie im gedächtnis des lesers verankern (W.G. Sebald). beispiel: „der busfahrer war ein dicker karpfen mit einem schnurrbart.“ die ...
auch wenn Sie von sich selbst schreiben: unbedingtes abgewöhnen des ICH: FIGUREN erfinden! so entstehen texte, in denen nicht nur dem ICH etwas passiv geschieht...
erst nachdem der ort festgelegt ist, treten die figuren auf. der ort kann durch ein winziges detail bestimmt werden, etwa: „er sitzt still“ (offener oder geschl...
ort und zeit sind die knackpunkte der narrativen künste: alles geschieht gleichzeitig, der autor muss sich aber notgedrungen auf eine reihenfolge festlegen. um ...
eine enge erzähl- oder handlungsstruktur eröffnet möglichkeiten. nehmen Sie ein erzählmuster oder ein genre und schreiben Sie sich aus ihm heraus. (W.G. Sebald)...
eine gute zeichnung muss wie ein flechtkorb sein, aus dem man keinen halm herausnehmen kann, ohne ein loch zu hinterlassen. —Henri Matisse 1939
der dichter schreibt niemals irgendetwas, sondern er schreibt immer etwas bestimmtes. (Michael Niehaus)
Kein Mehrwertsteuerausweis, da Kleinunternehmer nach §19 (1) UStG.