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Schlagwort: Carl-Christian Elze

Große Geste, feine Texte

Silvio Colditz kalligraphiert Crauss.

»Sei einfach du selbst!« Das wird gerne gesagt. Aber woher wissen wir denn wer wir sind? Wie viel von uns steckt wirklich in dem Wort ›Ich‹? Und in welchen Verhältnis stehen wir zu anderen Menschen und dem Rest der Welt?

Neben anderen Autoren* wie zum Beispiel Carl-Christian Elze, Jayne-Ann Igel, Sascha Kokot, Steffen Marciniak und Gabriel Wolkenfeld stellt sich Crauss diese Frage in einem normbrechenden, herausstechendem, einzigartigen Gedicht mit dem Titel die städte reissen alles mit ihrem lauf. Er bereist das Spektrum unseres Ichs als »kleines korn sand am strand einer tosenden see« durch die »schwankungen fliessender ideen« bis hin zu den »siedlungen aus angst«.

Die kalligraphische Begleitung ist dabei ein Tor, mit dem die Texte betreten werden können um dort den Geheimnissen des Seins auf den Grund zu gehen. Zusammen mit seinem Text ermöglicht sie es, neue Wege zu erkunden, die zum Selbst und den Nächsten führen.

Die Kalligraphie zeichnet seinen Text zweimal ab. Einmal als kompakten, silbergoldenen Abschnitt, wie die Schatzkiste, in der wir unser ›Ich‹ gedenken zu finden. Darum herum ist er aber nochmal in lockeren, geschwungenen Buchstaben, aussehend wie Vögel, die die unser gedachtes ›Ich‹ umkreisen.

Jetzt in der Zeitschrift Die Geste. Kalligraphische Bibliothek der Poesie, hg. von Silvio Colditz, Frühjahr 2023.

—Katharina Kappen—

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time remembered: lyrikjazz

jahrbuch der lyrik 2017seit 1979 gibt das jahrbuch der lyrik einblick in neueste entwicklungen der poesie in deutschland, österreich und der schweiz; für die 31. ausgabe konnte Christoph Buchwald die lyrikerin Ulrike Almut Sandig als mitherausgeberin gewinnen. gemeinsam haben sie die besten zeitgenössischen gedichte ausgesucht und in thematischen kapiteln zusammengestellt.
neben Crauss mit einer übertragung des jazz-stücks time remembered/ erinnerte zeit von Bill Evans und Paul Lewis sind im lyrikjahrbuch ua. Lea Schneider, Johannes Kühn, Carl-Christian Elze, Björn Kuhligk, Yevgeniy Breyger, Julia Trompeter und Greta Ganderath vertreten.

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gedicht des monats – und die story dazu

das seltsamste ist nicht der regen, es ist die zuversicht: Carl-Christian Elze hat das gedicht SCHMETTERLINGSFLÜGEL aus Crauss’ SCHÖNHEIT DES WASSERS zum gedicht des monats gemacht…

beim lektorat des buchs 2013 amüsierte den verleger köstlich die formulierung der plötzlichen verlobung im SCHMETTERLINGSFLÜGEL-gedicht. und ja, dem autor ist schon klar, dass eine verlobung nicht aus heiterem himmel kommt. alle versuche, synonyme einzusetzen, scheiterten jedoch, da sie entweder noch viel ungelenker klangen oder anderweitig das gleichgewicht innerhalb des poems ungünstig verlagerten. also blieb es beim plötzlich – jedoch nicht ohne konsequenz, denn die diskussion mit dem lektor liess Crauss nicht los.
“als ich später Fran von diesem nachmittag erzählte und dabei das wort plötzlich verwendete, lachte er mich aus”, heisst es später in der story DAS STOLZE GLÜCK. “ich bestand aber darauf, dass mich die nachricht von Angelos verlobung, zumal aus seinem eigenen munde, ganz unerwartet traf.”
die bislang unveröffentlichte geschichte ist hier im pdf nachzulesen, für jugendliche aber eher ungeeignet! viel spass!

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