Deutsch-Tschechischer Literaturaustausch: Crauss mit Stipendium ausgezeichnet

Crauss in da houseDas durch das virtuelle Literaturhaus Bremen vermittelte Förderprogramm „Tapetenwechsel – Ein deutsch-tschechischer Literaturaustausch“ ist eine Form der Schriftstellerförderung, die es Autorinnen und Autoren aus Deutschland ermöglicht, sich während eines Aufenthalts in Tschechien ganz ihren künstlerischen Tätigkeiten zu widmen. Jetzt hat die Jury den Schriftsteller Akın Emanuel Şipal für ein Stipendium in Prag und den Lyriker Crauss für einen Aufenthalt im Kloster Broumov (Böhmen) ausgewählt.
Crauss überzeugte und stach aus der Vielzahl hervorragender Bewerbungen vor allem mit seinem eigenwilligen interdisziplinären Ansatz hervor. Crauss sucht die Erweiterung von Literatur mit Musiker*innen und bildenden Künstler*innen zu besonders intensiven genreübergreifenden Dialogen. Die nachhaltige Beeinflussung seiner eigenen Arbeit durch „Tapetenwechsel“, die Erkundung von fremden Orten und die Auseinandersetzung mit anderen Kulturen erklärte seine Motivation für den Antritt des Stipendiums. Herzlichen Glückwunsch!

Erst Workshop im GEGENWARTSMUSEUM, dann Lesung im frei:RAUM

mundvoll lesung

Die Idee, mehreren Sinnen gleichzeitig zu schmeicheln, ist nicht neu – sondern bewährt. Crauss bringt Gedichte und kurze Prosa aus seinen Werken mit, etwa »Schnaps und Schinken« aus dem Essaybuch SCHUNDFAKTOR oder »Reissnägelgulasch« aus seinem erfolgreichsten Gedichtband LAKRITZVERGIFTUNG. Aber keine Bange! Zu Essen gibt’s ganz Ungefährliches aus Kartoffeln, beispielsweise Reibekuchen und Suppe. Dazu legt der Antiquar Armin Nassauer thematisch passende Schellackplatten auf und bietet georgischen Wein zur Verkostung und zum Kauf an. Bitte die frühe Uhrzeit (18:30) beachten!

Und vorher am gleichen Tag: Schreibworkshop POLKE POLKA mit Crauss im Museum für Gegenwartskunst Siegen, 13:30-16:30

Inspiration kommt nie aus einer Quelle allein. Wir entdecken, was die aktuelle Ausstellung uns eingibt: z.B. lassen die Bechers ihr Fachwerk Fachwerk sein und machen Urlaub an Sigmar Polkes Pixelstrand … Bilder, Objekte und Texte mischen und verbinden sich unter der bewährten Anleitung des Dichters Crauss, über den ein Redakteur sagte, er schreibt „Erlebnislyrik zwischen rauschhaft erzählten, synästhetischen Episoden und meditativen Bild- und Sprachkonzentraten.“ Am Workshop kann jeder ohne besondere Voraussetzung teilnehmen. Gefragt sind bloß Neugier und Experimentierfreude. Beitrag: 19/15 Euro.

museumsworkshop

TOUR-UPDATE: CRAUSS is in da HOUSE

wohnzimmerlesungen

das prinzip ist einfach: der gastgeber und wohnzimmerbesitzer lädt freunde und bekannte ein, je nach möglichkeit gibts häppchen und etwas zu trinken, man bringt ggf. ausser einer obligatorischen spende zum auffangen von des dichters honorar- und reisekosten noch einen wein mit, auch eigene texte sind herzlich willkommen!
Crauss liest, man kommt ins gespräch, begeistert sich für die auslagen auf dem büchertisch, die laune steigt, vielleicht gibts dann noch einen zweiten oder dritten lesepart in lockerer runde – und fertig ist der wunderbare wohnzimmerabend.

vielleicht auch in deinem salon?
im grunde ist keine bude zu klein, um daraus ein poesiezimmer zu machen. meld dich einfach: crauss /@/ crauss /punkt/ com

weitere wunschorte und umgebungen sind: kiel, rostock, mainz, saarbrücken, graz, bern, st. gallen, graz, greifswald, münchen, nürnberg, erfurt, stuttgart …

LEIPZIG LIEST CRAUSS

DIE HARTE SEITE DES HIMMELSDas Verlagshaus Berlin ist zurück aus der BlackBox und legt mit einem fulminanten Programm wieder los! Was ist jetzt?, fragt der Verlag mit seinem Frühjahrsprogramm und stellt in der Buchhandlung Ocelot die neuen Gedichtbände von Mikael Vogel, Crauss, Martin Piekar und Tobias Roth vor.
Crauss‘ Gedichtband erzählt vom Schicksal der Piloten, die die Ungunst der Geschichte oder das Ende einer Liebe auf DIE HARTE SEITE DES HIMMELS verschlägt. Walter Faber, St. Exupéry, Ken Kitsen: ihre Träume sind Torsi, ein Ringen nach Atem in den Staubwolken des Rollfelds, auf ihren Post- und Nachtflügen erleben sie die gewaltige Schönheit und die furchtbare Drohung elementarer Kräfte. Auf jedem Airport tanken sie Sprit und Liebe. Ihr mädchen heisst Shirl, manchmal laufen Halbstarke den startenden Dakotas nach – aber ob die Rauhbeine je wiederkehren, steht in den Sternen.

SCHUNDFAKTORCrauss geht dann nach Leipzig, um im Rahmen der Buchmesse die Pilotengedichte vorzustellen, hat dort aber selbstverständlich auch seinen im Verlag Dreiviertelhaus erschienenen Essayband SCHUNDFAKTOR dabei: 
Lyrik-, Literatur- und Filmkritik im literarischen Gewand. Als hybride Texte, Destillate und Weiterschreibungen, oft auch im Detail Erweiterungen des Gelesenen, verhandeln sie neben Poetologischem Themen aus Musik, Fotografie, Architektur und Kulturgeschichte. Wir beobachten den Autor beim intimen Gedankengespräch mit gehemmten oder wütenden Kollegen, Ikonen, Fetischen. Wir folgen ihm durch tote Orte des heimatlichen Westfalens über Gleitstufen einer globalisierten Stadtbeschleunigung

Die Termine im Überblick:

02.03. – 20:00, Ocelot Buchladen, Brunnenstraße 181, 10119 Berlin
15.03. – 17:30, Leseinsel der Jungen Verlage, Buchmesse Leipzig, Halle 5
15.03. – 20:30, Homunculus Verlag/ Seitenstechen im Beyerhaus,  Ernst-Schneller-Straße 6, 04107 Leipzig
15.03. – 23:00, L3 Lange Lesenacht, Moritzbastei Leipzig
15.03. – 24:00, Lyrikbuchhandlung, Leipzig, Lindenfels West
18.03. – 13:00, Kritische Ausgabe, „20 Jahre KA“, Buchmesse Leipzig, Halle 5, Literarischer Salon NRW

hows about a mouth full of knuckles, fucker: 2sprachige lesung mit ckraanuasks

Mark Kanak hat sich mittlerweile einen namen als übersetzer zeitgenössischer deutschsprachiger lyrik gemacht. zuerst nahm er sich vor, nur ein paar einzelne Craussgedichte ins amerikanische zu übertragen, dann wurde ein komplettes manuskript daraus. eine erste kostprobe der DRAGON OATHS, einer art best of Crauss, erschien unlängst im international renommierten asymptote journal: gedichte, in denen er veduten aus gefährlichem frauenduft malt und opheliate herstellt aus unruhig verschwitzen träumen – lyrik also, die die sinne anspricht.

KANAK & CRAUSS lesen an diesem abend zweisprachig, sprechen über die herausforderungen des übersetzens und zeigen, dass es manchmal besser ist, dem redneck-lingo von illinois/ohio zu vertrauen als an einem schwachen oxford-zipfel hängenzubleiben. die frage, die während der intensiven zusammenarbeit dennoch nicht gelöst wurde, geben die autoren ans publikum weiter: wie überträgt man die redewendung von jemandem, der »pfeffer im arsch« hat nicht nur korrekt, sondern auch stimmig ins andere idiom?

das gedicht, um das es mit der pfeffrigen redewendung geht, heisst GRUSS AUS MALTA, hier im original und einer griechischen übersetzung nachzulesen.

 

Donnerstag, 05.10.2017, 19:30 Uhr, Brotfabrik Berlin, Caligariplatz 1, Berlin 13086, 5€/3€

In the past few years, Mark Kanak has made a name for himself as a translator of contemporary German language poets.  Most recently he embarked on translating a few Crauss poems into English and before long had assembled a whole manuscript spanning more than a decade of work.  In August, the critically acclaimed Asymptote Journal (featured in the Guardian’s Translation Tuesdays) published some of the translations from the collection, spanning classic Crauss imagery drawn from watery dreams, tumbling 4 a.m. side trips and sweaty greetings from Malta – poetry that touches the senses, and Crauss at his very best.

KANAK & CRAUSS present the results of their collaboration, both good and bad (as translation is when it works best), speaking about the challenges of translation and provide first-hand examples of why some pieces sound better in Illinois-redneck hicktalk than proper Oxford English…and present examples of both.  Some questions that weren’t solved are thrown open to discussion, after all, what does it really mean when you’ve got “Pfeffer im Arsch”?