vita

CRAUSS ist DISKOCrauss, *1971, ist im hauptleben dichter, daneben dozent für sprachpraxis an der universität siegen. er wurde mitte der 1990er jahre durch neue, produktive verfahren einer videoclip-ästhetik in der lyrik einem breiteren publikum bekannt. Crauss wurde mit wichtigen stipendien gefördert, mit literaturpreisen ausgezeichnet und seine dichtung in die 10+ wichtigsten sprachen der welt übersetzt.

neben populärwissenschaftlichen essays und gesprochenen liedern experimentiert Crauss zwischen improvisation und performance, radio und rausch. seit er vom städtischen museum als gogo-tänzer engagiert wurde, ist er ganz aus dem takt geraten, tingelt durch textspelunken und legt sich, wenn er genug getrunken oder eine lakritzvergiftung hat, mit motorradhelden an.

als pdf gibts hier: kurzvita | ausführliche Craussinfo (dt) | Craussinfo (en) | Craussinfo (frz) | Craussinfo (nl) | pressephotos

 

AUSZEICHNUNGEN 2016 nominiert zum ebook-award für DIESER JUNGE 2016 & 2015 kurzaufenthalt künstlerdorf schöppingen 2016 & 2010 aufenthaltsstipendium schriftstellerhaus ventspils (lettland) 2007 aufenthaltsstipendium künstlerdorf schöppingen * nomination literarischer märz, darmstadt 2003  stipendium stiftung kulturfonds künstlerhaus lukas, ahrenshoop * lyrik 2000 S für und du trugst das 2002 stipendium märkische kultur konferenz altena 2001 am erker kurzgeschichtenpreis münster für unterwegs * nomination 9. open mike, literaturwerkstatt berlin 2000 stipendium klagenfurter literaturkurs * electronic vibes-preis dortmund * arteco-preis land kärnten * nomination fragmente-preis bamberg 1999 aufenthaltsstipendium literarisches colloquium berlin

ÜBER DEN AUTOR

DIESER JUNGE. DIGITAL TOES gehört mit abstand zum sinnlichsten, das ich von Crauss je gelesen habe. seine gedichte sind ganz und gar frei von der eigentlich obligatorischen peinlichkeit, die erotischer literatur (der deutschen zumal) anhaftet. Crauss‘ gedichte sind sprachlich so ehrlich, wie das begehren, für das die texte stehen. schnörkellos. » Mario Osterland, novastation 05/2016

Crausslyrik ist erlebnislyrik, ist der kontrast zwischen rauschhaft erzählten, synästhetischen episoden und beinahe meditativen bild- und sprachkonzentraten. ist bewegung: nichts hält, alles drängt und strudelt und saugt. prahlt nicht. will hingabe. » Marcel Diel 2015

Crauss ist nicht aufzuhalten, Crauss, diese mischung aus Blofeld, Durs Grünbein und Dr. Mabuse! » Armin Nassauer 2011

with an acute eye for modern life and a unique structural depth, Crauss‘ poetry manages to re-create in the best sense of the word: Crauss captures […] dynamics in such a manner as to show not only the flip-side of a well-worn coin, his poetry lets us imagine the possibi­lity that coin may have a third side. […] Crauss‘ poetry modulates with ease between humor and delicacy, between irony and tenderness, intimacy and proclamation. […] Crauss‘ readings blur the lines between poetic performance and performing poetics, and in this, Crauss has been and continues to be one of the most influential contemporary German-language poets. » Jo Frank, verleger, 2016

als lyrikleser freue ich mich stets auf neue bände von autoren, die mich mit ihren bisherigen gedichten mitgenommen haben; autoren, die sich keiner mode unterwerfen und über jahre einen markanten, eigenständigen sound kultiviert und diesen, wenn es ihnen angebracht schien, modifiziert haben. Crauss ist so einer, von dem ich alles neue lesen möchte/muss, und zwar möglichst schnell nach erscheinen. » Knut Schaflinger auf fixpoetry

ein ganz reizender mensch, aber ich wünschte mir, er würde endlich lernen, grossbuchstaben zu gebrauchen. » Anna Madrigal

SCHÖNHEIT DES WASSERS ist ein wunderbarer gedichtband, der sich dem nassen element widmet, ohne auch nur ein einziges mal zu langweilen. » Mario Osterland auf fixpoetry 2013

die texte gewinnen bei wiederholter lektüre. Crauss macht uns mit diesen acht zyklen ein wunderbares geschenk. » Jayne-Ann Igel, signaturen magazin 2013

C.s reflektionen über die notwendigkeit zu provozieren, sind es im besonderen, die unsere aufmerksamkeit verdienen. wir bemerken mit verwunderung, dass sie philologisch bisher nicht verarbeitet wurden. hier wäre eine lücke zu füllen. » Reinhard Lettau, schwierigkeiten beim häuserbauen

ich liebe dein prosabuch! » Jan Kuhlbrodt 2011 * manchmal lese ich in deiner schatzkarre, manchmal freue ich mich. » Sebastian Polmans 2011

ganz offiziell: unter den 25 lieblingsgedichten der Friederike Mayröcker ist auch Crauss‘ »russischer zopf« !

Crauss versteht es, prägnante sprachbilder zu schaffen, die lange halten. auch weil sie teils verspielt sind. Angelo Algieri

und noch mehr …

Crauss kombiniert provinzialität und weltläufigkeit auf eine weise, die der erfahrung der bundesrepublik auf ihrem weg vom zerfaserten nationalstaat zur globalisierung entspricht. die stadt wird zur haut des dichters, zu seinem auge. Crauss liegt damit ganz in der linie der von Baudelaire initiierten lyrischen moderne. ein atemberaubendes musikstück vermag in den wunsch zu münden, es wieder und wieder zu hören oder zu spielen. kann aber ein gedicht in diesem sinn projektionsfläche für wünsche sein? bei Crauss gelingt dies! Ulrich van Loyen, lyrik kabinett münchen 20.06.2008 * ein schöner lyrikband ist das, dieser disko diamant, schön und doch auch irritierend: diese so freiwillige und freimütige Mayröckerisierung, die in den gedichten in schwächerer oder stärkerer ausformung ja immer schon vorhanden war. hier ist sie nahezu zum programm erhoben – und in der tat wird sich F.M. eine schönere hommage wohl kaum vorstellen können. bemerkenswert auch, dass mit dieser unterwerfung unter die Mayröckersche poetik eine grosse freiheit der rhythmik und melodik einhergegangen ist. so leicht zu lesen waren Crauss-gedichte noch nie! Rainer Goetz, literaturverlag droschl, mai 2008 * Crauss ist einer der stars der rheinischen literaturszene. presseinfo berlinverlag 2007 * Crauss ist einer der wahren stars der jungen deutschen literatur. Gregor Dotzauer, tagesspiegel 23.04.2007 * Jan und Mario schwärmen seitdem von dir: du hast dir (mindestens) drei neue buchkäufer ertanzt. Simone Kornappel 2010 * Crauss‘ texte treffen mehr als eine stimmungslage und amüsieren mit eigenem sprachwitz, ohne einem fragwürdige denkverrenkungen abzuverlangen. alles über Ruth ist einiges über beziehungskram, aus dem leben gegriffen und unter der lupe verkehrt herum in augenschein genommen. richtig geil in jedem sinne sind gedichte wie Ellen im bad. dies ist Crauss‘ zweiter gedichtband und es charakterisiert ihn ein ungeheures gespür für die sinnlichkeit von sprache. alles über Ruth ist aber auch einiges über Ingrid und die Queenie sowie über kneipen, reisen und den rhein. nachdrücklich empfehlenswert! Karolina Rakoczy, zeichen & wunder, 12/04 * texte, die die video-clip-ästhetik auf literatur übertragen mit schnellen schnitten, rasanten wechseln und verwirrenden reihungen. G.Müller-Zimmermann, SZ 13.06.2001 * Crauss ist nun allerdings ein autor, der solche verfahren in seinem schreiben wirklich technisch produktiv macht. Crauss ist ein stimmenimitator. Peter Stirner, scheinschlag 1/ 2002 * Crauss bringt gerade auf dem gebiet neuer schreibtechniken eine enorme lyrische spannung hervor. Thomas Eder, steirischer herbst 1998 * Crauss versteht es als einer der wenigen autoren, multitracking und remix-verfahren schlüssig auf literatur zu übertragen. Gerald Fiebig, zeitriss/ gebrauchte musik 2000 * Crauss rezitiert nicht, der dichter wird hier zu seinem eigenen musikinstrument, variiert, intoniert, wiederholt, steigert sich in eine art endlosschleife, fängt an zu singen, macht aus seinen gedichten einen schlager, eine krimimelodie oder eine drum’n’bass-performance. Jan Sternberg, FAZ 20.12.1999 * weitaus sprachbewusster kommt da schon Crauss daher, der die gezielte herstellung von sprachrhythmusstörungen zu seiner passion gemacht hat. Michael Braun, basler zeitung 21.12.2001 * wiederholen und wiederaufnehmen des (mitunter zigfach) formulierten beschreibt das kardinalverhalten von pop, Crauss weicht punktgenau davon ab und legt mit seiner methode des remix die trennlinie fest: er nimmt sich texte (von Hölderlin, Kleist, Josef Winkler, Hubert Fichte, Rolf Dieter Brinkmann, Thomas Hettche uva.) vor und mischt diese neu ab. die in ihrer gestalt bzw. in ihren zwischenräumen hergestellten veränderungen spitzen das verwendete zu, lassen durch seine bearbeitung wirklichkeit sichtbar werden, die sich dem „original“, ebenso wie herkömmlichen formen der travestie entzieht. Paul Pechmann, ritter verlag 2009 * sie hiessen Crauss, Jan Wagner, Björn Kuhligk und Tom Schulz. sie hatten ihre feinen anzüge angezogen und krawatten geknotet… das sah wirklich prima aus. Jörg Magenau, FAZ 21.12.1999 * Crauss hat gute chancen auf den autor mit den besten autorenfotos in diesem jahrhundert. Norbert Lange 2010 * die lyrik von Crauss hat einen eigenen sound. klassische themen werden im alltäglichen sichtbar. mythen und märchen werden wieder gegenwärtig. Katie Holm Peters, SZ 25.11.2002 * sein debut Crausstrophobie wurde von der kritik als einer der bemerkenswertesten erstlinge der letzten beiden jahre bezeichnet. wer sich auf Crauss einlässt, den erwartet anspruchsvolle lyrik. seine stücke werden im wahrsten sinne auch körperlich fühlbar, wenn er etwa den herzschlag so lange und laut beschwört, bis man das pochen in seiner eigenen brust fühlt. was bleibt nach diesem abend? eine erinnerung an die schönheit des wortes! Frank Fladerer, lausitzer rundschau 28.03.2003 * und du trugst das ist ein erotisches gedicht, dessen zeilen wir riechen und schmecken können. solange solche gedichte geschrieben werden, ist mir nicht bang. habe ich hoffnung. es ist ein mutiges gedicht, weil es seiner kraft vertraut. Hans van Ooyen, laudatio zur lyrik 2000 S, mai 2003 * Crausstrophobie ist von hoher musikalität, die buchstäblich einen neuen ton in der deutschsprachigen lyrik anschlägt. polyphonie und hybridität der stimmen eröffnen dieser lyrik neue sprechweisen und sprachräume in einer unverwechselbaren sprach-wirklichkeit: entwürfe einer eigenen, eigenständigen welt, die aus präziser beobachtung besteht. ihr reiz beruht vor allem auf der leichtigkeit, die ihrer durchrhythmisierung entspringt. märkische kulturkonferenz 2003 * seine neuen texte setzen nicht mehr so stark wie bislang auf die opulente, zusammenhang stiftende klangwirkung, sie sind ’schlanker’ geworden, was keineswegs simpler bedeutet. die für Crauss typische brechung der stimmung, die ins unerwartet abgründige, ins groteske oder auch ins ungeniert romantische führt, taucht auch in den neuen texten auf. G. Müller-Zimmermann, SZ 19.03.2004 * die blumenstücke von Crauss haben etwas überwucherndes, ’nicht nur mohn, aber auch mohn … es ist zeit’: möglich, dass hier eine reminiszenz an Celan vorliegt. sie sind musikalisch, wie Celan damals auch musikalisch war, aber anders, leichter vielleicht und auch aggressiver, Crauss musiziert nicht getragen, nicht lento, sondern con fuoco. ich glaube mich zu erinnern, dass es Peter v. Matt war, bei dem ich die unterscheidung der beiden traditionen der deutschen lyrik fand: der eine, feierlich ’priesterliche’ strom zurückgehend auf Hölderlin, der andere, frecher und ungebärdig, zurückgehend auf Heine. Crauss hat viel von Heine: leicht, frech, nicht respekt gebietend, eher despektierlich und antiautoritär. seine sprache spielt, er hat nichts zu verkündigen. würde man es in der tradition der europäischen opernkomposition ausdrücken wollen, so könnte man vielleicht sagen: bestimmt nicht Wagner – eher Offenbach. das ist für einen Karl-Kraus-leser wie mich jedenfalls ein deutlicheres lob als die erinnerung an Heine. natürlich will ich nicht übersehen: ’die beidentüren der welt stehen offen’. eine ’sexuelle identität’ scheinen mir das lyrische Ich und Du zu verweigern. vielleicht gilt auch hier: ’die beiden türen der welt stehen offen’. damit gewinnen die gedichte etwas utopisches in bezug auf die bestehenden geschlechterverhältnisse in dieser gesellschaft, ob man auf den autor zurückschliessen darf, weiss ich nicht. aber der auffällige umstand, dass er keinen vornamen hat, welcher für uns ja das geschlecht anzeigt, weist zumindest darauf hin, dass er in diesem zusammenhang versteinerte verhältnisse nicht bloss aufsprengt, sondern auch aufsprengen will. Dr. Matthias Fallenstein, august 2004 * * ich denke in diesen tagen oft an dich. heute habe ich mir ein audiobuch von Konstatin Wecker angehört, und da bist du mir mehrmals über den weg gelaufen. Hannes W. * your book looks like a ripped condom. Tsead Bruinja * der hat schöne überschriften! Ulrich Bergmann *