halloween im antiquariat
gehängt oder gekreuzigt, erschlagen oder verunglückt: ein schlechter tod genügt manchmal, es hält die toten dann nicht im grab. seit jahrhunderten wandern sie über nächtliche strassen, klopfen an türen, hocken wie ein alb auf unserer brust, zeigen uns ihre wundmale oder trinken unser blut. manche zeugen kinder oder stiften religionen, andere ziehen einfach ihre ganze familie zu sich hinab in die gruft.
soll man die polizei rufen? oder einen arzt? kann man die untoten verklagen? oder hilft es nur, ihnen den pflock durchs herz zu treiben und mit dem spaten den kopf abzutrennen? die rationale moderne stürzt in den finsteren abgrund des irrationalen, nur um bleich und schwankend wieder daraus hervorzukriechen. wir hören von vielen verschiedenen arten, untot zu sein, und es begegnen uns echte und erdachte wiedergänger, nachzehrer und vampyre von der antike bis in die moderne teit.
wo? im antiquariat Armin Nassauer, hinterstr. 18, siegen. und wann? samstag, 31. oktober 2015, ab 14 uhr (es gibt auch was zu trinken!).
die veranstaltung bildet den auftakt zu einer monatlichen vortrags- und lese-reihe. also: zähne spitzen und ohren offenhalten!
wow!
“mein kopf ist ein nachtklub”, schreibt Crauss und versammelt die zehn wichtigsten sprachen zwischen moselfränkischund georgisch in LAKRITZVERGIFTUNG. inhaltsverzeichnis, link zur leseprobe und zum promofilm gibts 












… tief in die augen sehen, als im august zum erstenmal in siegen zum eye-contact-experiment aufgerufen wurde. wie oft teilen wir einen stillen moment mit einem fremden menschen? wo ist die zwischenmenschliche verbindung in unseren groszstädten hin?


flüchtlingskinder aus kriegs- und krisengebieten den aufenthalt hier leichter und unterhaltsamer machen wollte, indem man sie auf eine spazierfahrt in panzern mitnehmen wollte? und wennschon sich die reservisten engagieren möchten: wäre nicht ein wettbewerb im notbetten-schnellaufbau oder ähnliches ein geschickterer ‘feldzug’? zeit- und website-angaben im bild anbei sind bewusst gestrichen. ich fordere dringend auf, das nahende event nicht wahrzunehmen und stattdessen 22 EUR (erwachsener) oder 5 EUR (kinder), die das panzerfahren kosten soll, direkt an die aktion lichtblicke oder die siegener kinderklinik zu spenden – ohne umweg über kriegsverherrlichung.
der photokünstler
Marc Baruth macht ein buch daraus mit etwa 52 seiten, ca. 20 farbigen abbildungen, festem einband in 25 x 21 cm und einem text von Rudolf Scheutle, jedes exemplar mit einem signierten und nummerierten abzug, gedruckt bei seltmann & söhne.
Friedrich Kröhnkes diebsgeschichte über einen berliner stadtneurotiker. erstaunlich, dass diebsgeschichte eine art reisebuch ist und sich einreiht in die vorigen romane, in denen es nach asmara, estland, prag, indien und mexiko ging. denn die diebsgeschichte spielt sich in berlin ab.
dass Kleymann “einfach ‘so eine sozialisation’ erfahren hat? dass er in jenen jahren, die er selbst seine ‘kampfzeit’ nennt, von den keuschen und treuen und aufregenden und wechselnden beziehungen zu erst gleichaltrigen und dann, während er älter wurde, immer jüngeren jungen geprägt worden ist? und dass ihm diese gewordenheit und geschichtlichkeit seiner selbst eben behagt? so jedenfalls sieht ers.”



nachdem Peter Strickmann (saarbrücken) seine urinal-installation aktiviert sowie eine klanghandlung mit improvisiertem instrumentarium vorgenommen und Mara Genschel (stuttgart) den schaukasten der sz mit durch pilzkulturen versetzten mini-ausschnitten des blatts nachgestellt hatte, staunten beteiligte wie gäste nicht schlecht: wie auf zuruf tauchte der wagen eines sachverständigen für schimmelpilzbefall im obergraben auf, hielt allerdings auf abstand, wohlmöglich im wissen, dass kunst, zumal sie sich wie pilze oft ‘sporadisch’ verbreitet, ein weitaus gefährlicherer gegner sein kann als simpler schimmel.

der mobile kunstraum 

