Denise Ritter …

… realisiert elektroakustische klangkompositionsinstallationen, die ausschliesslich auf audioaufnahmen realer situationen basieren. ortsbezogenheit, betonkonkrete musik, unterirdisch inspirierend, hochofenheiss. für die industrial-stücke schachtanlage gegenort macht Denise Ritter audioaufnahmen vom kohlebergbau und der eisen- und stahlindustrie in der region saar-lor-lux, weltweit higegen wird das partizipative klangkunstprojekt small world wide.

2014 zeigte frau Ritter uns den hölleneingang a, b, c bis z im siegener kunstraum badstrasse. hörproben davon und einiger weiterer arbeiten gibts auf ihrer aktualisierten heimatseite.

völkerwanderung

Aus der den Medien hören wir ständig von Asylbewerbern, sicheren Drittstaaten, Balkanflüchtlingen und Problemen in und um die Unterkünfte. Doch was ist unser Asylrecht überhaupt? Wie läuft ein Asylverfahren ab und warum ist die Problematik gerade jetzt so aktuell? Welche Gründe gibt es, woher kommen die Flüchtlinge und welche Rechte haben sie? […] Wenn die Flüchtlinge in Deutschland angekommen sind, stehen Behörden und Freiwillige diversen Problemen gegenüber, sowohl in den Erstunterkünften als auch in den Flüchtlingsheimen. Welche Schwierigkeiten dies sind und welche Lösungen es an unterschiedlichen Stellen [auch in der Region Siegen-Wittgenstein] gibt, …

… war thema eines hörenswerten vortrags am 10.09.2015 von Kati im hackspace siegen:

Crauss liest … im lokalblatt

… löblichen lokaljournalismus, der einen dreispalter darauf verwendet, über eine lesung zu berichten, die aus anlass des bezugs neuer räumlichkeiten eines kulturvereins stattfand. schade nur, dass im artikel mal wieder kein genauer zeitpunkt genannt wird, man sich nicht traut zuzugeben, dass zwischen ereignis und druck wohl mehr als ein paar tage liegen. fühlte sich ein leser denn wirklich um die aktualität betrogen, wenn das genaue, eventuell sogar schon eine woche zurückliegende datum bekanntgegeben wüde? der lokalforscher wird sich in einigen jahren jedenfalls ärgern, wenn er die recherche nachholen muss, die der journalist versäumt hat – wenn es sich denn nicht bloss um eine modifizierte pressemitteilung handelt. denn als autor steht ganz allgemein „sz“, und das photo zum artikel hat der verein offenbar selbst beigesteuert.

die siegener zeitung beschreibt angenehmerweise sehr ausführlich die russlandreise/n Rainer Maria Rilkes und seiner begegnung mit der dichterin Marina Zwetajewa. vollkommen ausgelassen werden aber wichtige informationen, welchen zweck der russisch-deutsche kulturverein eigentlich hat oder was in zukunft geplant ist, beispielsweise auch, zu welchen tages- und uhrzeiten das ladenlokal in der siegener oberstadt betreut wird. noch steht hierzu auch nichts auf der vereinshomepage (umso wichtiger wäre eine notiz in der sz gewesen). immerhin lernt man dort aber, dass sich litera aus einem lesekreis der  Johann-Gottfried-Herder-Bibliothek Siegerland e.V. gebildet hat, einer institution, die mir von früheren besuchen als recht konservativ in erinnerung ist und die „die begegnung mit dem deutschen und europäischen osten […] fördern und das dort in jahrhunderten gewachsene deutsche kulturerbe als bereicherndes element in die gesamtdeutsche entwicklung“ einbringen will (zit. nach homepage).

auf der litera-seite gibts neben der leicht zugänglichen satzung immerhin auch ein sehr umfangreiches verzeichnis der bücher, die der verein in bezug auf russische literatur und deutsch-russische beziehungen vorhält. das ist wohl mehr als die lokalpresse leisten konnte.

 deutsch-russisches kulturzentrum litera

“______“ / LAND

Baruthder photokünstler Marc Baruth erforscht in seiner neuen Arbeit “______“ / LAND aspekte der landschaftsphotographie und digitaler bildmanipulation. basierend auf alten s/w-photos aus familienalben werden landschaften in den fokus gerückt, die vormals lediglich kulisse waren. die Spuren des dagewesenen sind noch sichtbar, leerstellen auffällig. wie verändert sich ein bild, wenn man es seiner ursprünglichen intention „beraubt“? eine unheimliche schönheit geht von den monochromen aufnahmen von wäldern, wiesen, häusern und seen aus, die ihr geheimnis nicht gleich preisgeben.

Baruth3Marc Baruth macht ein buch daraus mit etwa 52 seiten, ca. 20 farbigen abbildungen, festem einband in 25 x 21 cm und einem text von Rudolf Scheutle, jedes exemplar mit einem signierten und nummerierten abzug, gedruckt bei seltmann & söhne.

allerdings ist hilfe notwendig. damit das werk realität wird, müssen noch ca. 4.000,- EUR her. deshalb wird zur subskription angeboten bis 23.09.2015: 1 signiertes und nummeriertes exemplar mit einer der vier abgebildeten sondereditionen und namentlicher erwähnung in der danksagung des buchs für 89,90 EUR. danach, bis zum 11.10.2015 – wie oben – für 119,80 EUR. ab mitte november soll das buch für 149,80 EUR in den handel.

wer sich nicht sicher ist, geht in die Art Galerie Siegen. Helga Oberkalkofen vom 15.11.15 bis 09.01.16 Baruths: „______“/LAND in der Fürst-Johann-Moritz-Str. 1 in der siegener innenstadt.

 

ja, ich habe vollstes verständnis, …

kein hübbelbummler … dass durch die siegener oberstadt ausnahmsweise mal kein wahnsinnig lauter und viel zu grosser pendelbus fährt, den meist doch niemand nutzt. ich will den bus auf meiner website garnicht zeigen, so hässlich ist er auf vintage getrimmt. und ja, ich habe auch verständnis dafür, dass manche diesen bus brauchen, um an ihr ziel zu gelangen. aber wäre nicht eine nummer kleiner schicker? muss es unbedingt ein doppeldecker für oft nicht mehr als fünf fahrgäste sein? und: sollte man, wenn der bus schon in der fuszgängerzone erlaubt ist, also wohl keine gefährdung darstellt, nicht endlich auch das radfahren erlauben? gestern liefen fünf, heute vielleicht zwölf menschen zwischen löhrstrasse und kölner tor. auf der breiten fläche gibts genügend ausweichpotential, zumal bergauf die (meine) fahrgeschwindigkeit nur bei etwa 6 km/h liegt. die stadt siegen scheint, so hatte es den eindruck spätestens seit der verpassten einrichtung eines radwegs beim umbau des kölner tors, garnicht zu rechnen damit, dass in der innenstadt jemand radfahren möchte (und nicht bloss auf dörflichen freizeitrouten). schon garnicht kann man glauben, dass jemand hier auch noch bergauf radelt. so, liebe planer und herrscher über recht und verkehr, wird es allerdings auch niemals mit siegen bergauf gehen!

detail|kunst|sporen 2

mara schimmelbilddas projekt badstrasse außer haus eröffnete kürzlich die vorerst letzte ausstellung in der bedürfnisanstalt am siegener obergraben, worüber Sarah Stöcker für die siegener zeitung einen interessierten artikel schrieb, in dem auch die irritierten blicke der passanten angesprochen wurden, die sich nicht vorstellen konnten, dass in einer öffentlichen toilettenanlage ein empfang stattfand. peter klanghandlungnachdem Peter Strickmann (saarbrücken) seine urinal-installation aktiviert sowie eine klanghandlung mit improvisiertem instrumentarium vorgenommen und Mara Genschel (stuttgart) den schaukasten der sz mit durch pilzkulturen versetzten mini-ausschnitten des blatts nachgestellt hatte, staunten beteiligte wie gäste nicht schlecht: wie auf zuruf tauchte der wagen eines sachverständigen für schimmelpilzbefall im obergraben auf, hielt allerdings auf abstand, wohlmöglich im wissen, dass kunst, zumal sie sich wie pilze oft ’sporadisch‘ verbreitet, ein weitaus gefährlicherer gegner sein kann als simpler schimmel.

schimmelpilz auto

 

die ausstellung jedenfalls entwickelt sich weiter und ist jeden donnerstag 19:30 bis 22:00 sowie samstags 13-16 uhr zu besichtigen, bevor am 26. september 2015 Peter Strickmann sich nochmals einem künstlergespräch stellt.  

fonky silence siegen

fonky silence siegenzufall oder bedeutung, dass ich mir zur neuen lektüre über die stadt, die stets als grau und trostlos verschrien wird und deren bewohnern es seit je an selbstbewusstsein mangelt, aus meiner lesezeichensammlung ausgerechnet fonky silence herausgreife? 1963/64, als stadt auf eisernem grund erschien, war die stimmung jedenfalls noch positiv und auch der öpnv, über den ich persönlich mich in siegen mit am meisten ärgere, wurde gelobt: „drei omnibusbahnsteige bilden den bahnhof für den vorzüglich [!] ausgebauten nahverkehr, der siegen mit seiner näheren und weiteren umgebung verbindet.“

über die verkehrsbetriebe und die spezies busfahrer werde ich mich sicher an anderer stelle weiter ärgern, lasse mich aber zunächst gern unvoreingenommen auf einen rundgang durch die stadt mitnehmen, aus der berühmte leute wie der kartograph Tilmann Stella stammen oder Wieland, der ganz in der nähe schwerter und pokale für den zauberer Merlin schmiedete. immerhin!*

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